Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über Kunst, Künstler und Kunstwerke
Person:
Valentin, Veit
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1392977
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1393936
50 KUNST, SYMBOLIK um: ALLEGORIE. 
 
besonnenes Urteil nicht zweifeln kann, kommt in Frage, 
sondern die Einzelleistung. Für diese aber gilt der allgemeine 
Satz: dem Künstler ist erlaubt, was er kann. Traut er 
sich mehr zu, so ist nicht das von ihm gerade gewählte 
Gebiet der Kunst, sondern sein Mangel an Können schuld. 
Auch eine andere Frage findet hierdurch ihre Erledigung. 
Müssen die drei Darstellungsarten der Kunst bei deren 
Schöpfungen getrennt auseinandergehalten werden, oder 
dürfen sie innerhalb einer und derselben Schöpfung sich 
verbinden? Wäre ein Wesensunterschietl der drei Dar- 
stellungsarten vorhanden, so wäre kein Zweifel, daß sie 
getrennt bleiben müßten. Nun besteht aber ihr Unterschied 
einzig und allein in dem Verhältnis des Bildes zu dem 
Gegenstande der Darstellung: in dem Grundcharakter der 
Kunst, der Bildlichkeit überhaupt, stimmen sie durchaus. 
überein. Da nun jene Verschiedenartigkeit des Verhältnisses 
von Bild zu Gegenstand der Darstellung keinen Wesens- 
unterschied zur Folge hat, so ist auch kein Grund vorhanden, 
weshalb eine Verbindung der Darstellungsarten ausge- 
schlossen sein sollte. Es wird sich vielmehr im einzelnen 
Falle fragen, ob und wie weit es dem Künstler gelungen 
ist, eine ästhetische Wirkung zu erzielen. Ist diese vor-- 
handen, so tritt die Frage nach der Berechtigung überhaupt 
nicht hervor: sie macht sich nur dem Unvermögen gegen- 
über geltend, welches sich eine Aufgabe zugetraut hat, die 
zu lösen die Kraft nicht zureichte. Oder werden wir dem 
Dürerschen nRitter, Tod und Teufels gegenüber in erster 
Linie getrieben, über die Vermischung der Darstellungs- 
arten zu grübeln? Es ist wahr: der Ritter gehört der zu 
typischer Bedeutung erhobenen historischen Darstellung an, 
der Teufel, an dessen leibhaftige Existenz der Künstler 
mit seiner Zeit doch wohl geglaubt hat, ist symbolische 
Darstellung, da der Meister sich sicherlich wohl bewußt 
war, daß er kein Konterfei, sondern nur eine andeutende 
Darstellung gebe; der Tod gehört der allegorischen Kunst 
an, ebenso wie die Gesamtdarstellung eine allegorische 
ist: das alles aber wirkt mit solch urwüchsiger Kraft, einer 
Naturgewalt gleich, daß niemand sich des Gefühles erwehren 
kann, es müsse so sein, daß niemand an der Selbstver-
        

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