Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über Kunst, Künstler und Kunstwerke
Person:
Valentin, Veit
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1392977
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1393843
SYMBOLIK um) ALLEGORIE.  45 
KUNST, 
diese Allgemeingiltigen gab die Möglichkeit, das Zufällige 
von dem Individuellen zu sondern und so dieses selbst zu 
einer allgemeingiltigen, gleichsam vorbildlichen Bedeutung 
zu erheben. Dieses im Individuellen der Erscheinung, nach 
Abstreifung des dem Einzelnen bloß zufällig und nicht 
wesentlich Eigentümlichen, hervortretende Allgemeingiltige 
ergiebt das Typische. In ihm kommt das Bleibende und 
Wertvolle, das die Gesamtheit Charakterisierende, ihr Be- 
kannte und sie vertraut Berührende zum Ausdruck: in 
ihm liegt daher auch das allgemein Verständliche, das, was die 
menschliche Teilnahme überhaupt, nicht bloß die Teilnahme 
des engen Kreises der mit dem individuellen Vorbilde Be- 
kannten erweckt. Das Typische, welches das Individuelle 
somit keineswegs ausschließt, wohl aber es auf die höhere 
Stufe allgemeinerer Bedeutung erhebt, ist es also, was die 
historische Kunst bereits bei der Einzelgestalt zu ästhetischer 
Kunst macht. Dieselbe Entwickelung, welche wir bei der 
Einzelgestalt verfolgen können, zeigt sich auch in der Art 
des Zusammentretens von Einzelgestalten innerhalb einer 
Kunstschöpfung. Fügen sich mehrere selbständige Teile 
zu einem Ganzen zusammen, so ermöglicht die Art des 
Zusammentretens, die Gruppierung, ein besonders deutliches 
Hervorheben der den einzelnen Fall unter ein allgemeines 
Gesetz der Erscheinung beugenden Kraft. Diese geht, 
wiederum der allmählich erwachsenden Feinfühligkeit der 
Sinne entsprechend, von kräftigen, stark in die Augen fallen- 
den Mitteln allmählich zu immer feineren über, so daß bei 
vollständigem Vorhandensein des Stilgesetzes dennoch der 
Schein der Naturwahrheit erstrebt wird. Schließlich wird 
dies Bestreben das vorherrschende, und durch die Nach- 
bildung der zufälligen Wirklichkeit geht der Stil der Grup- 
pierung verloren. 
Die allegorische Kunst erstrebt gerade bei dem ihr 
eigentümlichen, dem Gegenstände der Darstellung gegen- 
über stets fremdkörperlichen Mittel in erster Linie die 
Deutlichkeit. Da nun aber das Darstellungsmittel an und 
für sich schon ein fremdkörperliches ist, so ergiebt sich, 
daß, bei häufiger Anwendung desselben Mittels für den- 
selben Zweck, die erstrebte Deutlichkeit auch schon durch
        

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