Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über Kunst, Künstler und Kunstwerke
Person:
Valentin, Veit
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1392977
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1393818
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KUNST, 
SYMBOLIK UND 
ALLEGORIE. 
zwischen Schöpferkraft und Technik als ein sehr wichtiges. 
Ist die eine der beiden Seiten mangelhaft, so gereicht es zu 
minderem Schaden, wenn es die der Technik ist (Cornelius). 
Überwiegt diese oder gestaltet sich gar zum Zwecke statt 
als Mittel zu dienen und wird zu einseitiger Virtuosität, 
so ist dies wegen der Verkennung der richtigen Stellung 
des Mittels ein Abweg, der wiederum sehr nahe an die 
höchsten Schöpfungen der Kunst angrenzen kann (Makart), 
Wenn vorzugsweise in diesen Eigentümlichkeiten das 
Wesen der ästhetischen Kunstschöpftitig begründet ist, für 
welche wir kurz den Ausdruck Kunstwerk gebrauchen 
können, so ergiebt sich nun die Frage, ob mit dem NVesen 
eines Kunstwerkes das früher erkannte Wesen der drei 
Darstellungsarten der Kunst im Einklang oder im Wider- 
spruch steht. Hiernach wird die Beantwortung der Frage 
nach der Berechtigung dieser Darstellungsarten zu geben 
sein. 
Wenn die erste und wichtigste Eigentümlichkeit des 
Kunstwerkes die ist, daß in der Art seiner Gestaltung eine 
Gesetzmäßigkeit hervortritt, welchedas Einzelne dem Ganzen 
unterordnet und die Vielheit zu einer fühlbaren Einheit 
zusammenschließt, so muß diese Eigentümlichkeit da am 
leichtesten eintreten, wo nicht durch das Vorbild für die 
Art der Gestaltung eine hemmende Fessel gegeben ist. 
Dies ist aber in der historischen Kunst der Fall, so lange 
diese in erster Linie eine möglichst getreue Wiedergabe 
der Wirklichkeit erstrebt, wie sie der bestimmte einzelne 
Fall und der Augenblick veranlassen. Diese hemmende 
Fessel tritt aber da in verringertem Grade ein, wo das 
Vorbild nur durch andeutende, der Voraussetzung nach 
gleichartige körperliche Gestaltung wiedergegeben wird, wie 
es in der symbolischen Kunst der Fall ist; sie fehlt ganz, 
wo die körperliche Gestaltung des Bildes dem Gegenstande 
der Darstellung gegenüber eine durchaus frei gewählte ist. 
Das Bedürfnis aber, durch die Art der Gestaltung zu wirken, 
liegt zunächst nur bei der zweiten Darstellungsweise, der 
symbolischen Kunst, vor: die allegorische Darstellungsweise 
erfüllt ihren Zweck, wenn sie den Gegenstand der Dar- 
stellung hinreichend verständlich angedeutet hat, ebenso
        

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