Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über Kunst, Künstler und Kunstwerke
Person:
Valentin, Veit
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1392977
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1396720
ANHANG. 321 
Statue feiner behauentt sind. Er fügt ausdrücklich hinzu: 
nDie Methode in der Behandlung der Ansatzflächen ist hier 
wie im Innern der Statue dieselben (S. 31). Aber sieht er 
denn dabei nicht den Widerspruch mit seiner ersten Behauptung, 
und sieht ihn Heydemann auch nicht? Ist die Methode der Be- 
handlung der Mittelansatzfläch en dieselbe wie bei der Basisansatz- 
flache, so inuß man entweder folgern: die roher gelassenen Teile 
zeigen weine Bruchfläche wie sie bei dem Brechen des Marmor- 
blocks aus dem Felsen erfolgte, und dann ist das nicht nur 
bei der Basisansatzfläclie, sondern auch bei den Mittelansatz- 
flachen der Fall, ndenn die Methode in der Behandlung der 
Ansatzflächen ist hier wie im Innern der Statue dieselben; 
oder aber, man hat den oberen und den unteren Block auf 
den Ansatztläclien so bearbeitet, daß man die inneren Teile 
etwas roher gelassen hat, so daß sie ngrob aber ziemlich 
ebenmäßig behauen sinda, während sie am Rande so weit 
glatt behauen sind, daß der völlige Zusammenschluß der beiden 
Teile erreicht wird. Ist dies der Natur der Sache nach not- 
wendiger Weise der Fall, warum soll es nicht bei den Basis- 
ansatzflächen genau ebenso der Fall sein, da ja die Methode 
hier wie dort dieselbe ist? Wlarum soll man hier die künst- 
liche Annahme machen, man habe hier die Bruchfläche aus 
dem Marmorbergwerk vor Augen, und nicht eine zum Zwecke 
der Anstückung nicht nur am Rande, sondern auch in der 
Mitte iigrob aber ziemlich ebenmäßiga behauene Fläche? 
Und wenn das der Fall ist, hat dann nicht Clarac Recht, 
wenn er behauptet: on a suivi la marche ordinaire? (Neues 
über die V. v. M. S. 23)? Denn das ist eben der gewöhn- 
liche Gang der Dinge. Man hat das Basisfraginent anpassen 
wollen und hat es genau so gemacht, wie man es beim Zu- 
sainmenstücken immer macht, wie man es bei der melischen 
Statue an den Mittelansatzilächen der beiden großen Blöcke 
und, wie Saloman nachweist, an der Ansatzfläclie des Ober- 
arms an den Rumpf und sogar an der Ansatzflache der linken 
Hand an den Unterarm gemacht hat (a. O. S. 34). Saloman 
hat also thatsächlich nachgewiesen, daß die Statuenbasis zum 
Zwecke der Anstückung bearbeitet worden ist: daß das im 
Altertum geschah, vom Originalkünstler oder von einem 
antiken Restaurator und nicht vielleicht erst iin Louvre, hat 
er nicht nachgewiesen, sondern nur behauptet, diese Be- 
hauptung aber durch den Widerspruch in seiner Schluß- 
folgerung Wieder aufgehoben. Bin Punkt, den er hervorhebt, 
beweist sogar offenbar, daß diese Restauration wirklich im 
Louvre gemacht worden ist. Er erwähnt ausdrücklich, daß 
Ddlß Bruchfiäche am hintersten Teile völlig roh gelassen, so- 
dann etwas behauen in der Art wie die besagten Zusammen- 
setzungsflächen, doch etwas gröber und an der Zusammen- 
Yisi-r Yiiusxrix. 21
        

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