Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über Kunst, Künstler und Kunstwerke
Person:
Valentin, Veit
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1392977
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1396715
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ANHANG. 
fältig bearbeitet, so hat das einen Sinn  aber ein Stückchen 
Handfläche? Dazu gehörte eine Handwerkergesinnung, die 
diesem Künstler zutrauen mag wer wolle: sie steht in vollstem 
Widerspruch mit allem was wir von ihm durch eben diese 
Statue wissen. Ehe man daher den kühnen Schluß ziehen 
darf: njede Ergänzung der Figur ohne den Apfel der Linken 
ist meines Erachtens absolut falsche, muß man erst die Zugehörig- 
keit zu dem Originale nachweisen. Dies wäre nur möglich, wenn 
das Motiv des Apfelhaltens in Einklang mit der sonstigen 
Haltung der Figur stände. Dies ließe sich jedoch nur nach- 
weisen auf dem Wege der anatomischen und der darauf 
basierten ästhetischen Betrachtung: diese Wege ignoriert 
der Archäologe einfach, als ob nie etwas darüber geforscht 
und festgestellt wäre. 
Der zweite Punkt, welcher Heydemann sicher zu sein 
dünkt, ist die Zugehörigkeit des Basis-Fragernents. Er stützt 
sich dabei merkwürdigerweise auf Overbecks Beweisführung, 
der die Echtheit ihm nunzweifelhaft bewiesen zu haben 
scheinta (S. 6): ich habe (Neues über die V. v. M. S. 19 ff.) 
nachgewiesen, daß Overbecks Auffassung auf Mißverständnissen 
beruht. Soll sie jetzt dennoch als eine nunzweifelhaftu be- 
weisende hingestellt werden, so Waren meine Nachweisungen zu 
entkräften, aber nicht zu ignorieren: das einfache Absprechen 
genügt nicht. Nun sollen aber die neuen Untersuchungen von 
Geskel Saloman (Uber die Plinthe der V. v. M. 1884) Overbecks 
Behauptungen nvöllig bestätigte haben. Diese Bestätigung ist 
eine sehr seltsame. Overbeck hat behauptet, dalS beide Stücke 
[Statuenbasis und Basisfragment] Dmlt ihren Brüchen genau 
[bei Overbeck gesperrtl] aneinander gepaßt habena (a. O. 
S. 22) und Salomans Resultat ist: iiDiese Ansatzfläche 
ist zum Teil behauen. Deutlich erkennt man, daß sie gar 
nicht von einem Bruch der Plinthe herrührt, wie man bisher 
angenommen hata  wo bleiben da die von Overbeck, an- 
genommenen nBruchflächenu, die obendrein iiganz genau 
aneinander gepaßta haben sollen? Saloman behauptet nun 
weiter, die nicht behauene Stelle der Ansatzfläche sei neine 
Bruchfläche so wie sie bei dem Brechen des Marmorblockes 
aus dem Felsen erfolgte, und schließt daraus, die alte 
Plinthe nmüsse ursprünglich gestückt gewesen seinmt (a. O. 
S. 30.) Als Beweis für diese mit Overbecks Behauptung in 
direktem Widerspruch stehende Annahme weist er darauf 
hin, daß die Zusammensetzungsflächen der oberen und der 
unteren Hälfte der Statue nin der Mitte grob aber ziemlich 
ebenmäßig behauen sind, wogegen ringsum, einige Zoll, die 
Flächen sauberer bearbeitet sind, doch nicht völlig glatte 
Er Ündet, daß bei der Basis nan der Zusammensetzungskante 
einige Zoll ganz so wie die Ansatzllächen in der Mitte der
        

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