Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über Kunst, Künstler und Kunstwerke
Person:
Valentin, Veit
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1392977
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1396611
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PAUL WALLOTS REICI-ISTAGSGEBÄUDE. 
 
Plane den Reichskanzler und den Präsidenten, der Forderung 
des Programmes entsprechend, in die nächste Nahe des 
Sitzungssaales gebracht hat: jetzt haben beide größere 
Räume erhalten, müssen aber einen längeren Weg zurück- 
legen. Dafür ist die Mitte der Ostseite für ein großes 
Portal gewonnen, welches dem Hofe, den Diplomaten, dem 
Bundesrat eine würdige Einfahrt gewährt; Publikum und 
Presse freilich, welche früher von der Stadt her im Süd- 
osten ihre Eingänge hatten, müssen sich jetzt nach dem 
Nordeingang bequemen. Die Post dagegen konnte statt 
im Westen jetzt im Süden Platz finden und so rascheren 
Verkehr mit der Stadt erhalten. Da nun der Zugang in 
der Langsaxe aufgegeben war, so konnten statt der vier 
kleineren zwei größere Höfe, nördlich und südlich von 
dem Sitzungssaale gelegt werden. 
Durch die Tieferlegting des Sitzungssaales und die 
Hinzufügung eines Obergeschosses mußte eine wichtige 
Veränderung im Aufriß herbeigeführt werden. jene ein- 
fache und für die monumentale Wirkung wichtige vertikale 
Gliederung in drei Hauptteile ohne dazwischentretende 
Fensterreihe mußte wegfallen. Es ist das ein Opfer, welches 
der praktischen Forderung der bequemeren Erreichbarkeit 
des Sitzungssaales gebracht worden ist. Der Baumeister 
hat den Schaden dadurch möglichst gut zu machen gesucht, 
daß er durch den ganzen Bau hin die beiden Stockwerke 
durch mächtige korinthische Säulen verbindet und so jenen 
Kompromiß zwischen der ästhetischen Forderung der 
Einheit des Hauptteiles und der praktischen Forderung der 
Zweiteilung der darin enthaltenen Höhenentwickelting 
schließt, zu welchem Michelangelo zuerst bei den Konser- 
varorenpalästen auf dem Kapitole in Rom den Weg gezeigt 
hat und den sodann Palladio häufig zur Anwendung brachte. 
Daß auch diesem Kompromisse der großartige Eindruck 
nicht fehlt, kann die Abbildung der nordwestlichen Ecke des 
Baues zeigen, die hier zuerst zu allgemeiner Kenntnis ge- 
langt. Ein Vergleich mit dem ersten Entwürfe" (S. 297) 
zeigt deutlich die Wirkung dieser eingreifenden Anderung. 
So geht denn dieser großartige Bau in anderer, aber 
den thatsächlichen Forderungen noch besser angepaßter
        

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