Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über Kunst, Künstler und Kunstwerke
Person:
Valentin, Veit
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1392977
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1396533
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WALLOTS 
PAUL 
REICHSTAGSGEBÄUDE. 
nicht gestört wrird. Es fragt sich nun wie Wallot diese 
beiden Merkmale architektonischer Monumentalität- das Be- 
detitsame, ein allgemeines Interesse über die unmittelbare 
zeitliche und örtliche Gegenwart hinaus Andeutende und die 
einheitliche Wirkung des Gesamtbaues  erreicht hat. 
Das erste der beiden Merkmale war im wesentlichen 
durch die Verhältnisse selbst gegeben. Es hätte schon 
eines ganz besonderen Talentes zur Kleinlichkeit bedurft, 
um bei den zur Verfügung gestellten äußeren Bedingungen 
etwas zu schaffen, das sich nicht sofort wenigstens seiner 
Tendenz nach als ein Träger eines allgemeinen Interesses 
kundgegeben hätte. Der für die gestellten Anforderungen 
vielleicht knapp bemessene, immerhin aber doch gewaltige 
Bauplatz, seine Lage an dem großartigen Königsplatze mit 
der mächtigen, zum Vergleiche einladenden Siegessäule in 
der Mitte, die dadurch notwendig gewordene Höhenentwicke- 
lung, wenn der Bau nicht nur nicht verschwinden, sondern 
die Lage beherrschen sollte, die Möglichkeit der Verwendung 
edlen Materiales  das alles mußte fast mit Notwendigkeit 
von vorneherein bei allen Entwürfen zu Schöpfungen führen, 
die im großen und ganzen dieser ersten Forderung für den 
Eindruck der Montimentalität genügen mußten, wenn auch 
selbstverständlich hier der Grad, in welchem das geschah, ein 
sehr verschiedener sein konnte und thatsächlich gewesen ist. 
Um so entschiedener tritt bei dem zweiten Punkte 
die künstlerische Individualität des Schöpfers in ihr Recht. 
Bis zu einem gewissen Grade ist mit der Gestaltung des 
Grundrisses auch der Aufriß schon mitbestimmt: der eine 
kann ohne den andern nicht gedacht werden, zumal was 
die innere Raumgestaltung betrifft. Für die äußere Dar- 
Stellung des Gebäudes aber, auf welche es uns hier in 
erster Linie ankommt, bleibt doch der besonderen Erfin- 
dung noch viel überlassen. 
Zunächst möchte die Wahl des Stiles in Betracht 
kommen. Wohl keine Zeit hat die kunstvolle Raumge- 
staltung zu solcher Vollendung geführt wie die Renaisssance- 
zeit. Damals trat zuerst in hervorragender Weise das Be- 
dürfnis hervor, auch für andere als für öffentliche Zwecke 
im Inneren schön gestaltete Räume zu haben, so daß
        

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