Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über Kunst, Künstler und Kunstwerke
Person:
Valentin, Veit
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1392977
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1396462
PAUL WALLOTS REICHSTAGSGEBÄUDE. 29 j 
 
der Stadtseite, ein besonderer Eingang für das Publikum 
mit Billetzimmer, mit Korridor und Treppen, die nur zur 
Loge des Publikums führen; ebenso ein besonderer Ein- 
und Aufgang für die Vertreter der Presse, ein anderer für 
die Bureaubeamten. An der nordöstlichen Seite ist eine 
gedeckte Einfahrt für Hof, Diplomaten und Bundesrat. Sie 
führt in einen der vier symmetrisch gelegenen Höfe, welche 
den inneren Korridoren und Zimmern das nötige Licht 
zuführen. So sind diese geschäftlichen Eingänge nach der 
Stadt zu gelegt und erfüllen anspruchslos, aber praktisch 
und zugleich den ganzen Bau gliedernd, ihren Zweck. Es 
darf daher wohl behauptet werden, daß der durch die Lage 
des Platzes und die hauptsächlichsten Anforderungen zu- 
nächst gegebene Widerspruch in diesem Grundriß seine 
vollständige und zweckentsprechende Lösung gefunden hat. 
Aufriß. 
Auch wenn es das für die Vlfettbewerbung aufgestellte 
Programm nicht ausdrücklich verlangt, so war es doch 
selbstverständlich und hatte sich als Resultat der früheren 
KVettbewerbung ergeben, welches wie alle bei jener Ge- 
legenheit gemachten Erfahrungen benutzt werden mußte, 
daß der Aufbau nur monumentalen Charakter haben konnte. 
Dieser Charakter ist dem Wallotschen Aufbau hier und da 
abgesprochen worden. Wenn der Ausdruck mnonumentaler 
Charaktere so aufgefaßt wird, wie er in neuerer Zeit auf- 
gefaßt zu werden scheint, daß er bedeuten soll: eine Art 
des Baues, welche den Zweck des Baues deutlich erkennen 
lasse vals das wozu das Bauwerk bestimmte sei, welche 
also hier dem Gebäude das leicht und allgemein verständliche 
Gepräge aufdrücke, daß dieser Bau das deutsche Reichs- 
tagsgebäude sei und gerade nur dieses, oder überhaupt nur 
ein Reichstagsgebäude sein könne, so geht diese Auflassung 
von einer falschen Voraussetzung inbetreH der Ausdrucks- 
fähigkeit der architektonischen Formen aus. 
Soweit die Formen der Architektur konstruktiver Natur 
sind, haben sie ihr Vorbild nicht in der Natur, geben uns 
also keine Abbilder, welchen wir die uns von ihren Vor- 
bildern her geläufige Bedeutung zuschreiben "könnten. Sie
        

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