Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über Kunst, Künstler und Kunstwerke
Person:
Valentin, Veit
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1392977
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1396431
292 PAUL WALLoTs REICHSTAGSGEBÄUDE. 
Foyer führen. Es geschieht dies, indem die Treppen von 
den Korridoren im Erdgeschosse, welche ihrerseits mit der 
Haupttreppe in Verbindung stehen, rechts und links von 
den auf das Foyer stoßenden Korridoren aufsteigen. Da 
nun in dem Erdgeschosse in den die Hatipttreppe begren- 
zenden Räumen Post, Telegraph und Telephon liegen, so 
gewinnt die Haupttreppe als kürzeste Verbindung zwischen 
Erdgeschoß und Foyer bzw. Saal im Hauptgeschoß, eine 
hohe praktische Bedeutung und hört auf, bloßer Zierrat zu 
sein, wie es sonst bei Verlegung der hauptsächlich benutz- 
ten Eingänge für die Abgeordneten auf die drei anderen 
Seiten leicht hätte der Fall sein können. 
Ein weiteres Motiv für die Grundrißgestaltung ergab 
die Forderung des Programms, daß die Zimmer des Präsi- 
denten und des Reichskanzlers mit ihren Nebenrätimen in 
der Nähe des Sitzungssaales und zwar in der Nähe der 
Tribüne des Präsidenten bzw. der Sitze des Bundesrates so 
anzuordnen wären, ndaß sie auf kurzem Weges von da 
zu erreichen sind. Da die Sitze der Abgeordneten natür- 
lich in unmittelbarer Verbindung mit ihrem das Zentrum 
bildenden Foyer stehen und somit die westliche Seite des 
großen Saales einnehmen müssen, so ergiebt sich für die 
Tribüne und die neben ihr befindlichen Sitze des Bundes- 
rates naturgemäß die Ostseite des Saales: folglich müssen 
die betreffenden Amtszimmer östlich vom Saale aus gelegen 
sein. Da nun durch Verlegung der Halle in die lange Axe 
und somit auch der auf der Süd- und auf der Nordseite 
gelegenen Vestibüle und Eingänge der Grundriß seine 
symmetrische Gestalt gewonnen hatte, die namentlich nach 
außen hin inbetrePf der Eingängmder Schmalseite nicht ge- 
ändert werden durfte, so blieb nur übrig, diese Amtsrätitne 
auf der Ostseite durch einen Vorbau zu erreichen, welcher 
aus der Mitte der östlichen Langseite hervorträte. Da 
dieser aber die vom Programm festgestellte Baulinie 
nicht überschreiten durfte, so war ein Opfer des bewilligten 
Platzes notwendig: auf der nordöstlichen und der südöst- 
lichen Ecke mußte die Fluchtlinie des Gebäudes zurück- 
treten. Hierdurch wurde jedoch erreicht, daß in der That 
die Amtsräume so nahe dem Saale liegen, daß Präsident,
        

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