Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über Kunst, Künstler und Kunstwerke
Person:
Valentin, Veit
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1392977
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1396381
PAUL WALLOTS REICHSTAGSGEBÄUDE. 287 
 
erleichtern, in gleichem Maßstabe gegeben werden mußten: 
für die Ansichten des Aufrisses waren bestimmte Stand- 
punkte (Brandenburger Thor und Alsenplatz) vorgeschrieben, 
so daß auch hierdurch der Vergleich ein möglichst die 
thatsächlichen Unterschiede treffender werden konnte. Dabei 
war selbstverständlich ein genaues Programm (datiert vom 
1. Februar 1882) für die verlangten Räume, ihre Größe 
und ihre Verteilung auf die verschiedenen Geschosse ge- 
geben, so daß die erste und wichtigste, schließlich auch 
Wohl die entscheidende Aufgabe die Raumverteilung war: 
ist doch die Architektur in erster Linie die Kunst den Raum 
zugleich praktisch und ästhetisch zu gliedern und zu gestalten. 
Die zweite Aufgabe war den Aufbau in einer der großen 
Bedeutung des Baues entsprechenden Art zu entwerfen. 
Hiernach zerfällt die Beurteilung in die Beantwortung zweier 
Fragen: Wie gestaltet sich der Grundriß? und: Wie entspricht 
ihm der Aufriß? 
Grundriß. 
Aus den vielen für die Raumverteilung gestellten An- 
forderungen ergeben sich vor allen drei Motive als die- 
jenigen, welche entscheidend auf die Gestaltung des Planes 
wirken mußten und denen sich alles Andere unterzuordnen 
hatte: ein Saal von bestimmter Größe, welcher, um nach 
außen hin für den Aufbau eine genügende Höhe und Mächtig- 
keit zu ermöglichen, im Hauptgeschoße liegen mußte; eine 
in naher Verbindung mit ihm stehende Wandelhalle (Foyer) 
und eine zu beiden führende Haupttreppe, welche wiederum 
bestimmend auf den Eingang und damit auf die Gestaltung 
der Fassade wirkte. 
Das Naturgemäßeste ist wohl, daß diese Hauptbestand- 
teile alle in einer Axe zu liegen kommen. Allein dem 
Architekten stehen gewöhnlich und standen besonders hier 
keine Lmbeschränkten und willkürlich zu verwendenden 
Plätze zur Verfügung: er muß sich nach den gegebenen 
Verhältnissen richten. In diesem Falle war die Lage des 
Platzes und seine Ausdehnung von vorneherein bestimmt, 
und aus diesen ganz bestimmten Verhältnissen heraus ent- 
standen für die Lösung dieser ersten Frage ganz besondere
        

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