Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über Kunst, Künstler und Kunstwerke
Person:
Valentin, Veit
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1392977
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1395596
212 
Momrz von Scnwmn. 
 
jede Stelle ist trotz des klaren Zusammenhanges des von 
dem einen zum anderen Ende führenden Weges doch 
eine besondere in sich abgeschlossene Räumlichkeit, so 
daß es nicht überrascht an dem neuen Orte dieselbe Per- 
sönlichkeit wiederzufinden. Zugleich aber bietet die ganze 
Szenerie landschaftlich eine Einheit, und durch die Per- 
spektive ist das Übergewicht des Vordergrundes so sehr 
gewahrt, daß uns die in der Tiefe vor sich gehenden 
Szenen nur wie Vorspiele zu der Hauptszene auf dem 
Marktplatze anmuten. Dabei ist der hochliegende Horizont 
sehr günstig, da er nicht nur einen vollständigen Einblick 
in alle Räumlichkeiten gewährt, sondern auch den mittel- 
alterlichen Eindruck der Szenerie erhöht: gerade in mittel- 
alterlichen Bildern finden wir häufig diese Wahl des hohen 
Horizontes. 
In der wSymphoniea hat Schwind die Einheitlichkeit der 
Gesamtszenerie zwar aufgegeben, aber doch die einzelnen 
Szenen zu einem einheitlichen Gesamtaufbau zusammen- 
gefügt, so daß hier beide Wege miteinander verbunden 
erscheinen. Die Zusammengehörigkeit der einzelnen Teile 
ist dabei sehr glücklich durch eine geistvolle Ornamentik 
auf den Randleisten vermittelt, sodaß der Eindruck der 
Einheitlichkeit des ganzen Werkes dennoch der über- 
wiegende ist. 
Bei den nsiebel] Rabena hat Schwind sich wieder dem 
Nebeneinander zugervendet, die Einheit aber durch eine 
die Einzelbilder umschließende Architektur hergestellt, so 
daß wir die Bilder durch die trennenden Säulen hindurch 
wie Wandbilder zu erblicken glauben. Durch die am Friese 
sich hinziehende Reihe von Porträtköpfen wird die Einheit 
der Architektur noch scharfer betont. 
In der nMelusinea endlich wendet sich Schwind insofern 
wieder der Einheitlichkeit der landschaftlichen Erscheinung 
zu, als er die Örtlichkeit jedes einzelnen Teiles mit unge- 
meiner Geschicklichkeit LIDIDCTkliClI in die nächste Örtlich- 
keit übergehen liißt, so daß jede für sich als ein Abge- 
schlossenes erscheint und sich doch thatsachlich mit den 
Seitenbiltlern landschaftlich verknüpft. Hier ist also eine 
glückliche Lösung "jenes Problems gefunden, welches der
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.