Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über Kunst, Künstler und Kunstwerke
Person:
Valentin, Veit
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1392977
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1395562
Mom-rz von 
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dem Raume herausträte. Dies letztere ist nur einmal der 
Fall: allein gerade dieser eine Fall läßt uns Schwind als 
geistreichen Künstler erkennen. Papageno tritt mit dem 
Fuß über die Fläche hinaus. Aber es ist die Szene, in 
Welcher Papageno xierhüllten Hauptes dem Priester folgt, 
und gerade um sein blindes Tappen und Verfehlen des rich- 
tigen Weges deutlich zu zeigen, muß Papagenos Fuß die 
Grenze überschreiten: Papageno sieht ja nicht wohin er 
tritt! Wie Schwind selbst sich dieser Sicherheit in der 
Beherrschung eines gegebenen Raumes bewußt war, zeigen 
die nAkrobatischen Spielea, welche auf den Münchener 
Bilderbogen N. 251 und 252 erschienen sind (N. 396. 397. 
610. 611). 
Ein zweiter Grundzug ist Schwinds Fähigkeit klar und 
deutlich zu erzählen. Er verlangte von Betrachtern seiner 
Werke, sie sollten sie vlesena: er durfte das, denn er 
verstand es vortrefliich, sie zu schreiben. Man betrachte 
z. B. die Federzeichnung des Sechsundzwanzigjährigen, die 
er nach einem Spruche Salomonis gemacht hat: vMangel 
und Armut überfallen einen Müßigentt (N. 154. 620) 
oder seine Wartburgbilder. Schon die erste Behandlung 
der Sage, in dem grossen Ölbilde des StädePschen In- 
stitutes (N. 474. 475) lässt uns die Lage klar erkennen: 
der Zauberer hat den Ritter besiegt, der nur durch das 
Dazwischentreten der Landgräfin gerettet werden kann, 
und schon muss der Henker davoneilen. Später wurde 
Schwind dazu berufen, diesen Gegenstand neu und zwar 
auf der Wartburg selbst zu bearbeiten. Bei ihrer weiteren 
Ausschmückung sind es besonders die anmutigen Sagen, 
welche dem Künstler ein willkommenes Feld für seine 
Erzählungskunst bieten. In einer Reihe von Einzelbildern 
(N. 52-59 f; 570-576) schildert er die erste Absicht, den 
Berg mit einer Burg zu bebauen: nWart, Berg, du sollst 
eine Wartburg werdenlu dann die Geschichte Hermanns I. 
(nLandgraf, werde hartkt), Ludwigs des Heiligen (vIch 
suche meinen Esela und (dir ging mit Löwen um als 
scherzte era), Albrechts des Unartigen (nFfilü Venus hier 
viel Leiden bringta), Friedrichs mit der gebissenen Wange 
(nDas Kind soll trinken und kostet es mein Lande). Und 
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