Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über Kunst, Künstler und Kunstwerke
Person:
Valentin, Veit
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1392977
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1395465
MORITZ von Scnwxxn. 201 
 
Topfe schielt, den er über das Feuer gehängt hat, als ob 
er der Herr der Lage wäre (N. 30. 3x). 
Wiederum reicher entfaltet sich auch hier des Künstlers 
Thätigkeit, sobald er das wirkliche irdische Leben mit dem 
als wirklich gedachten überirdischen sich berühren läßt. 
Gar häufig bringen die höheren Mächte dem Menschen 
freundliche Hilfe; so vor allem bei dem köstlichen Falken- 
steiner Ritt, beim Aschenbrödel, bei den sieben Raben. 
Aber selbst widerwillig müssen die dämonischen Kräfte 
dienen, wie auf dem humorvollen Bilde, wie der Teufel 
dem h. Wolfgang zum Baue seiner Kapelle die Steine fahren 
mufS (N. 845). Indessen können sie auch Gefahr bringen: 
da hat sich der Ritter im Walde verirrt; eine lichte Gestalt 
erscheint ihm und verlockt ihn in Tod und Verderben  
es war das Irrlicht (N. 150). Selbst Amor bringt Psychen 
zunächst nur Schmerzen, und Melusine wird für ihren Ritter 
tödlich. 
Die höchste Entwickelung muß aber der Zusammenstoß 
der überirdischen Mächte selbst sein. Dies wird denn auch 
zum Lieblingsproblem des Meisters, und das Glück hat ihm 
so wohl gewollt, daß er dieses Problem sich nicht nur 
stellen, sondern auch lösen konnte. Für ihn, den musikalisch 
hochbegabten Künstler, verkörpert sich dieser Kampf in 
der Form, wie ihn sein Lieblingsmeister Mozart in der 
Zauberflöte dargestellt hat: der Kampf der Nacht gegen 
das Licht, der menschenfeindlichen Mächte gegen die 
menschenfreundlicheti und der letzteren Sieg über jene. 
In der Loggia des Wiener Opernhauses durfte er sie zur 
Ausführung bringen, und damit hat er eines seiner reiz- 
vollsten Werke geschaffen (N. 5-26). In den beiden großen 
Lünetten giebt er den Grundgedanken. Da erscheint einerseits 
die Königin der Nacht dem Tamino und erzählt ihm das 
Leiden und die Gefangenschaft ihrer Tochter: damit wir den 
Gegenstand ihrer Klagen kennen lernen, erscheint in einem 
kleinem Medaillon Pamina, wie sie von Sarastro trotz Sträuben, 
Bittßn und Klagen fortgeschleppt wird. Das Gegenbild 
zeigt den Sieg des Lichtes. Tamino und Pamina treten 
eben siegreich aus der Wasser- und der Feuerprobe hervor 
und werden von dem auf dem löwengezogenen Triumph-
        

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