Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über Kunst, Künstler und Kunstwerke
Person:
Valentin, Veit
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1392977
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1395299
186 Amrum Lunwxe RICHTER. 
und höchsten Gefühle auszusprechen, was doch der Zweck 
der Kunst ist, hat endlich einen Ausweg gefunden. Muß 
ich denn nun gerade Landschaftsmaler sein? Warum nicht 
schlechtweg Maler? Dann male ich Alles Wozu der Geist 
mich treibt     Das Technische der Landschaft habe 
ich nun so weit in der Gewalt, daß ich mich frei bewegen 
kann; nun ist es mein eifrigstes Bestreben, auch in den 
menschlichen Figuren es dahin zu bringen; dann habe ich 
Spielraum und gewonnen Spiel. Fürs erste will ich mich 
in das romantische Gebiet wagen, wo Natur und Mensch 
zu gleichen Teilen herrschen, Eines dem Anderen Be- 
deutung und Interesse giebt, und später, wills Gott, wage 
ich mich auch weiter in ein heiliges großes Gebiete (II, S. 62). 
Wie er sich das romantische Gebiet denkt, hatte er schon 
früher sich klar gemacht. Er erkennt wie gut es ist, wenn 
der Landschafter die Volkssagen, die Lieder und die Märchen 
seines Volkes studiert. nEr sieht darin den Geist des 
Volkes, welcher mit diesen Sagen seine Umgebungen be- 
lebt. Die örtlichen Sagen und auch die Märchen knüpfen 
sich fast immer an solche Gegenstände, welche in der 
Natur unser Gemüt am wunderbarsten erregen. Das Volk 
sucht diesen Geist zu fassen oder auszudrücken, indem es 
wunderbare Geschichten daran knüpft. Und wahrlich, er 
ist auch immer gut getroffen, acht volkstümlich aus der 
Sage selbst und dem Glauben und Empfinden des Volkes 
entsprossen! Wie herrlich sind in den Märchen das ge- 
heimnisvolle Waldesdunkel, die rauschenden Bäume, 
blühenden Blumen und Knospen, die singenden Vögel und 
die bunten ziehenden Wolken aufgefaßt, in den Sagen: 
alte Burgen, Klöster, einsame Waldgegenden, sonderbare 
Felsen dargestellt! Köhler, Schäfer, Pilger, schöne jung- 
frauen, jäger, Müller, Nixen und Riesen, das sind die na- 
türlichen romantischen Personen, welche in jenen Sagen 
spielena. (II, S. 34). Eine bestimmtere Gestalt gewinnt 
dieses Streben, als Richter 1826 nach Deutschland zurück- 
kehrte. Hier wurde er zunächst Lehrer an der Kunstschule 
in Meißen, dann an der Akademie zu Dresden. Sein inne- 
rer Prozeß erhält durch den Einiluß der Heimat eine be- 
sondere,seinem endlichen Ziele ihn näher führendeWendting.
        

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