Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über Kunst, Künstler und Kunstwerke
Person:
Valentin, Veit
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1392977
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1395219
178 ADRIAN Lunwxc RICHTER. 
 
Malerei in Rom reden. Ein gutes Geschick führte endlich 
auch ihn dorthin: der Buchhändler Arnold stattete ihn mit 
einer mehrjährigen Unterstützung aus, und mit zwanzig 
Jahren zog der lernbegierige jünger der Kunst in deren 
gelobtes Land, wo sich ihm allmählich die Augen öffneten. 
Schon unterwegs erhält der junge Künstler einen be- 
deutsamen Eindruck. Ein unfreiwilliger" achttägiger Aufent- 
halt in Innsbruck verschaffte ihm die Bekanntschaft mit 
den damals maßgebenden Werken der romantischen Kunst- 
litteratur. von welcher er noch nichts gekannt hatte: 
Friedrich Schlegels Buch nÜber christliche Kunsta, Wacken- 
roders und Tiecks Schriften eröffneten ihm ein vorläufiges 
Verständnis der damaligen Bewegung in der künstlerischen 
Welt und gewährten ihm einen nvöllig neuen Ausblicke. 
Er erkannte als Wesentliches Element der neuen Richtung 
den nGeist der Poesiea, dessen Erkenntnis durch das Studium 
der alten großen Meister geöffnet und gleichsam zu ihrer 
Quelle zurück gelenkt werden sollte (a. O. S. 120). Er 
nbrannte vor Begierde, eine lebendige Anschauung von 
diesen Dingen zu gewvinnen durch Betrachtung alter und 
neuer Kunstwerke dieser Arte. Er nsehntett sich nheftig 
nach Roma, denn er nfühlte hindurch, mit Worten sei 
hier nichts gethantr, er nmüsse selbst Hand anlegen, die 
Kräfte erproben und sehen wie weit er damit kommetr. So 
war er imstande, die alten Meister mit anderem Auge zu be- 
trachten als er es sonst gethan hätte. Der erste große 
Eindruck dieser Art wurde ihm in Verona durch ein Bild 
von Girolamo dai Libri zuteil; dann aber waren es be- 
sonders die nköstlichen alten Florentinertt, in deren Ver- 
ständnis er durch Rehbenitz eingeführt wurde, die ihn für 
Rom und die dort unter den deutschen Malern der neuen 
Schule herrschende Richtung bedeutsam vorbereiteten. 
Mit der Reise nach Rom und mit dem dreijährigen 
Aufenthalte dort beginnt der erste der beiden großen Um- 
gestaltungsprozesse, die Richter durchzumachen hatte. In 
den Fesseln der akademischen Richtung aufgewachsen, in 
feste Formeln gebannt, besaß er von Natur einen scharfen 
und feinsinnigen Blick für das Naturwahre. Dieser wurde 
durch die neue Richtung in der entschiedensten Weise
        

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