Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über Kunst, Künstler und Kunstwerke
Person:
Valentin, Veit
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1392977
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1395109
VEIT. 
PHILIPP 
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Bauerngenres genießt: sein nvom Blitz erschlagener Schäfera 
gelangte zu solcher Popularität, daß damals undselbst 
bis auf den heutigen Tag häufig das Interesse der Besucher 
an der Kunstsammlung des Institutes vorzugsweise auf dieses 
Bild sich richtet. Zudem aber vermochte er auch über diesen 
engen Kreis nicht hinauszugehen. Hiermit war ein Zweig 
der Malerei, der innerhalb seiner Grenzen auch nach Veits 
Überzeugung der Bedeutung nicht ermangelte, wohl aber 
des Anspruches entbehrte, gleichen Ranges neben die 
Geschichtsmalerei zu treten, in eine dem Geschmacke des 
Publikums allerdings zusagende selbständige, thatsächlich 
wohl sogar herrschende Stellung getreten, welche Veits 
künstlerische Überzeugung aufs tiefste verletzen mußte: 
nach ihr mußte die Geschichtsmalerei unter allen Umständen 
die führende Rolle haben. Bei einer solchen Sachlage 
bedurfte es nur eines äußeren Anlasses, um Veit zum 
Aufgeben einer Stellung zu bewegen, deren festen Boden 
er unter seinen Füßen allmählich schwinden fühlte. Diesen 
Anlaß bot der ohne seine, des Direktors, viorgängige Be- 
fragung von Seiten der Administration geschehene Ankauf 
eines Bildes, ein für ihn unter allen Umständen verletzen- 
der Vorgang: die besondere Beschaffenheit des fraglichen 
Bildes mußte ihm obendrein ein schlagender Beweis dafür 
sein, daß man seine Kunstrichtung nicht mehr als die muster- 
giltige und maßgebende ansehen wolle. S0 legte er zu An- 
fang des Jahres 1843 sein Amt nieder, in demselben Jahre, 
in welchem Biefves vKompromißa und Gallaits nThron- 
entsagung Karls  ihren Triumphzug durch Deutschland 
antraten und der modern-koloristischen Richtung zum end- 
giltigen Siege verhalfen. Da mußten die alten Meister 
zurücktreten, Veit in Frankfurt, wie schon 1841 Cornelius 
in München. 
Mit diesem Rücktritt endigt jedoch nicht Veits Wirk- 
samkeit in Frankfurt. Er verweilte dort vielmehr noch zehn 
Jahre, um noch eine Reihe von bedeutenden Werken zu 
schaffen, die ihm gleichsam zum Entgelt für den unter 
Mißbilligung der Künstlerschaft und des kunstsinnigen 
Publikums erfolgten Rücktritt zugewiesen wurden und deren 
Bestellung ihm zeigte, daß seine Bedeutung nicht überall
        

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