Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über Kunst, Künstler und Kunstwerke
Person:
Valentin, Veit
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1392977
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1395044
VEIT. 
PHILIPP 
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gerecht zu werden suchte, glaubte ein Wichtiges Mittel in 
der Berufung eines künstlerischen Direktors des Institutes zu 
erkennen: dieser mußte selbstverständlich eine hinreichend 
bedeutende Persönlichkeit sein, um nicht nur durch seine 
Stellung an die Spitze der Kunstanstalt, sondern auch 
durch seine Leistungen und seinen EinHuß an die Spitze 
der Frankfurter Kunstwelt zu treten. Wie recht es in 
diesem Bestreben hatte, zeigte der Erfolg, als es, nach- 
dem es sich vergeblich, an Overbeck gewendet hatte, in 
Philipp Veit die Kraft gewann, welche auf Generationen 
hinaus eine maßgebende Wirkung ausüben sollte. Denn 
der Maler, der bisher nur eine private Thätigkeit ausgeübt 
hatte, sollte jetzt der Leitstern für die heranwachsende 
Jugend werden und deren Lebensrichtung gestalten helfen. 
Es läßt sich verstehen, wie Veit von der Bedeutung einer 
solchen Stellung erfaßt wurde, wie er sein Bestes für sie ein- 
setzte, aber auch wie er diesen Einfluß als das innerste NVesen 
seiner Stellung erkannte, so daß mit der Beeinträchtigung 
des einen für ihn die andere unmöglich werden mußte. 
Es ward im Jahre 1830, als Veit mit seiner Familie 
nach Frankfurt übersiedelte. Außer seiner Gemahlin, der 
Tochter des römischen Bildhauers Pulini, die er 1820 in 
ihrem vierzehnten Jahre geheiratet hatte, begleiteten ihn 
ein Sohn und vier Töchter: seine Mutter, seit 1829 Witwe, 
war ihm bereits dorthin vorausgegangen und lebte in 
Frankfurt bis zu ihrem Tode 1839. Mit dieser Übersiede- 
lung beginnt der bedeutendste Abschnitt in des Künstlers 
Leben, die Zeit, welche die dauerndsten Früchte tragen 
sollte. Bald sammelten sich um ihn eine Reihe tüchtiger 
Schüler, ja, der Ruf seiner Lehrtüchtigkeit verbreitete sich 
so, daß von der Düsseldorfer Akademie, der schon länger 
bestehenden größeren Kunstschule, junge Männer wie 
Settegast, Lasinsky, Pose, Ihlee nach Frankfurt wanderten. 
Am meisten Aufsehen erregte jedoch Alfred Rethels Über- 
siedelung, dessen große Entwickelung, wie er es selbst 
stets dankbar anerkannt hat, erst von der Einwirkung Veits 
datiert. Hand in Hand mit dieser ersprießlichen Lehrthätig- 
keit ging ein rastloses künstlerisches Streben, welches in 
einigen Tafelbildern, wie dem nI-Ieiligen George, den 
Van" VALENTIX. I I
        

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