Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über Kunst, Künstler und Kunstwerke
Person:
Valentin, Veit
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1392977
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1394979
x 54 PHILIPP VEIT. 
für ihn ward. Er sagt: nSein inniges Festhalten an mir, 
seine geistvollen Anschauungen und Gespräche auf dem 
Marsch und in der Beiwachtruhe, seine ritterliche Kriegs- 
freudigkeit im Gefecht, klarster Besonnenheit voll, in tiefer 
Seele leuchtend ihm der selige Christenglaube  es rührte, 
hob, erfreute meinen Geist als eine stets erneuende Quelle 
seliger Jugenda 
 Jetzt aber, nachdem er dem Vaterlande seine PHicht 
geleistet hatte, drängte sich das künstlerische Bewußtsein 
mächtig hervor, und das ganze Sehnen des jungen Künstlers 
stand nach Rom. Am 2. Mai 1814 war ihm der Abschied 
in ehrenvollster Weise gewährt worden und mit seinen 
Freunden eilte er nach Berlin, wo er bis Januar 1815 blieb, 
um das Bild der Prinzessin Wilhelm zu malen. Von da 
ging er nach Wien. Noch einmal drohte eine Unterbrechung, 
als 1815 der Krieg aufs neue ausbrach. Er ging aber rasch 
zu Ende, und so konnte die Romfahrt angetreten werden. 
Sie war durch eingehendes Studium der Kunstwerke unter- 
Wegs und den anregenden Verkehr seines Begleiters, Her- 
.mann Friedliinder, eine genuß- und erfolgreiche. Sie 
dauerte vom August bis November, in welchem Monate 
Veit in Rom eintraf. 
Hier, auf dem alten heiligen Boden der Kunst, wo die 
XViedererweckung des Altertums ihre höchste Blüte erreicht 
hatte, bereitete sich eben die nicht bloß litterarisch ver- 
teidigte, sondern künstlerisch bethätigte Wiedererweckung 
des Mittelalters in der eigentümlichen Auffassung der Ver- 
treter dieser Richtung vor. Seit 1810 befand sich Overbeck 
dort, von früher Jtigend auf für die alten deutschen Meister 
begeistert und entschieden gegen die damals auf den Aka- 
demieen herrschende Art die Kunst zu lehren und zu lernen 
gerichtet. Unter seinen Genossen befand sich namentlich 
der talentvolle, hochstrebende und energische Frankfurter 
Franz Pforr, der mit Overbeck aufs innigste befreundet 
war und auf ihn bedeutend gewirkt hat, der jedoch bereits 
1812 starb. Aber 1811 war eine neue große Kraft nach 
Rom gekommen und dort mit Jubel aufgenommen worden, 
Cornelius, bereits wohlbekannt durch seine in Frankfurt in 
den Jahren 1809-11 entstandenen ersten Faustzeichnungen,
        

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