Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über Kunst, Künstler und Kunstwerke
Person:
Valentin, Veit
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1392977
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1394900
 
 s warä eine bedeutungsvolle Zeit, in welcher  am 
  I3. lrebruar 1793  Philipp Yeit zu _Berl1n ge- 
  boren wurde. Im Jahre 1794 fanden sich Schiller 
und Goethe und schlossen, nachdem sie sich lange ferne ge- 
blieben waren, den herrlichen Freundschaftsbtind, welcher die 
freilich nur so kurz dauernde Mittagshöhe unserer Litteratur 
bezeichnet. Nach kräftigem Ringen watren beide der stür- 
mischen Leidenschaft der jugend entronnen und hatten ihr 
Dichten zu jener Klarheit geläutert, welche das entscheidende 
Merkmal der Durchdringung des deutschen Geistes mit der 
Mäßigung und Besonnenheit der formenschöneil Welt des 
Hellenenthtitns ist. Im Jahre 1797 hatte in Rom der eben an- 
kommende Thotwaldsen den auf dem Gipfelptinkte seines 
Schaffens stehenden Asmtis Carstens gefunden, war ihm 
ein treuer Genosse geworden und hatte das kurze Jahr, 
welches dem Bahnbrecher der neueren Malerei zu leben 
noch vergönnt war, benutzt, um den festen Grund zu legen, 
auf welchem sich bald seine eigene Blüte entfaltete. Da 
hatte man glauben sollen, daß diese Richtung des Klassi- 
zismus die herrschende bleiben müsse. Allein so wie in 
der Renaissancezeit bei dem ersten Versuche, die antike Welt 
nicht nur in der Kunst wieder lebendig zu machen, sondern 
sie selbst gleichsam noch einmal zu durchleben, in dem 
deutschen Gemüte eine Gegenströmung eintrat und gegen 
die einseitige ästhetische Auffassung des irdischen Daseins 
sich richtete, ebenso erhob sich auch jetzt eine Reaktion und 
machte die Rechte des Gemütes geltend, für welche die be- 
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