Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über Kunst, Künstler und Kunstwerke
Person:
Valentin, Veit
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1392977
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1394888
EINE FRANKFURTER KUNSTAl-LADENIIE IM xvm. JAHRHUNDERT. 145 
 
Zeichenakadenaie soll in diesem Sinne erweitert werden und 
dadurch eine Einrichtung erhalten, nwelche einer Handels- 
stadt wie die Unsrige angemessen warear Die Unterzeichner 
waren jedoch ihrer Zeit weit vorangeeilt: ihr Plan wurde 
von dem Rate abgelehnt, und nur langsam reifte, was hier 
von Bürgern angeregt war, durch das Eingreifen der 
Bürger selbst. 
Der erste Schritt geschah, als Cöntgen gestorben war. 
Es wurden neue Statuten der Gesellschaft entworfen und 
hierbei ganz besonderes Gewicht auf die Bildung der Hand- 
werker zum Geschmacke gelegt. So bestand das nZeichntnugs- 
instituta unter Reges weiter fort und trat später unter die 
Leitung des Kunstfreundes Dr. Grambs. Dieser war ein 
nather Freund Städels, und Stadel ist es gewesen, welcher 
den Gedanken an eine Kunstakademie in großem Stile 
wieder aufgriff und durch seine berühmte Stiftung ver- 
wirklichen wollte. Und in der That hat Frankfurts Kunst- 
schule unter der Leitung Philipp Veits eine bedeutende 
und für die Entwickelung der neueren deutschen Malerei 
wichtige Stellung eingenommen. (Näheres über diese 
Wirksamkeit Veits in der nächsten Abhandlung.) 
Aber auch der Gedanke hoher Schulen zugunsten des 
Gewerbes und des Handels ist lebendig geblieben. Eine 
Anzahl Bürger hat zu Anfang unseres Jahrhunderts die 
nGesellschaft zur Beförderung nützlicher Künste und Wissen- 
schaftena (die nPolytechnische Gesellschafta) gegründet. 
Von ihr ist die Gründung einer Gewerbeschule, einer 
Handelsschule, einer Ktinstgewerbeschule ausgegangen, von 
welchen die beiden ersteren 1876 von der Stadtgemeinde 
übernommen worden sind. 
So vollzieht sich im Verlaufe von etwa hundert Jahren 
ein merkwürdiger Prozeß. Zunächst soll eine Kunstakademie 
gegründet werden, die sich recht eigentlich zur Aufgabe 
macht, die herrschende Kunstrichtung zu erhalten und die 
in ihren Bestrebungen eine vortreffliche Vertreterin der 
nakatlettiischen Richtunga des vorigen Jahrhunderts ist. Sie 
siecht dahin, und das aus Privatinteresse an ihre Stelle ge- 
tretene vzeichntingsinstitutrr gewinnt erst nach dem 'l'0de 
seines Stifters einige Bedeutung. Aber schon bricht die 
VEIT VALENTIN. I0
        

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