Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über Kunst, Künstler und Kunstwerke
Person:
Valentin, Veit
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1392977
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1394842
EINE 
KUNSTAKADEBIIE 
FRANKFURTER 
XVIII. 
JAHRHUNDERT. 
141 
der Anführung der Madame Cöntgen anzunehmen und sich 
zu einem Wettstreit unter sich selbst einzulassena. Auch 
hier hatte die Mannheimer Akademie entschieden. Den 
Sieg selbst weiß der eriindungsreiche Veranstalter der Feier 
effektvoll zu gestalten. Er weist auf die Preise hin und 
nlhn, erster akademischer Sieger, ersuche ich Seine Stelle 
auf einige Augenblicke zu verlassen, und diese liebens- 
würdigen Gönnerinnen der Kunst, die den heutigen schönen 
Tag um so mehr verherrlichen, zu bitten, an seiner Hand 
die Ihnen vorzüglich bestimmten Plätzen nicht sowohl als 
Mitbelohnte, sonder vielmehr als Mitbelohnerinnen der aka- 
demischen Scholaren einzunehmenu. Eine nMademoisellea 
nach der andern wird aufgerufen und mit demutsvoller 
Höflichkeit angeredet: nSeyen Sie so gütig und nehmen 
Sie den ersten Preisa    nErlauben Sie uns daß wir Ihnen 
den zweiten Preis zustellena    nLassen Sie sich gefälligst 
den    dritten Preis ertheilenu. Die Ermahnung oder viel- 
mehr die instalndige Bitte an die verehrungswürdigen Gönne- 
rinnen schließt n1it dem für den Redner Wichtigsten Satze: 
wIhr Eifer wird sicherlich mehrere Ihrer Freundinnen zur 
Nachahmung Ihres schönen Beispiels reizena. Daß jede 
Preiszuerteilung unter nPauken- und Trompetenschallcr statt- 
fand, ist bei der Gegenwart des wohlbesetzten Orchesters 
selbstverständlich, wird aber ganz besonders hervorgehoben. 
Zum Schlusse der Feier erübrigt nur noch ndie Versiche- 
rung des lebhaftesten Datnkesu. Auch diese wird zu einem 
wirkungsvollen Teile des Programmes gestaltet. Ein 
Schüler wird aufgerufen: nTrete Er auf und übernehme 
Er es, die dankbaren Gesinnungen sowohl der Lehrer als 
der Scholaren dieser Akademie mit warmer Empfindung 
zu schildern und erhalte Er dafür dieses kleine Andenkenu 
nämlich eine silberne Medaille. Die nwarme Empfindunga 
ist denn auch in reichstem Maße über die folgende schwül- 
stige Rede ausgegossen, die unter dieser Hülle jedoch 
manches Treffende enthält. Der Schüler soll die Kunst 
nicht mechanisch lernen, er soll sie studieren. Damit 
schließt er sich nach des Redners Auffassung nin die Kette 
der Gelehrten ana. Wen dieser Vorzug nicht rührt, 
soll sich lieber entfernen. nWer in sich nicht den Schwung
        

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