Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über Kunst, Künstler und Kunstwerke
Person:
Valentin, Veit
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1392977
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1394836
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Ems 
XVIII. 
KUNSTAKADEMIE 
FRANKFURTER 
JAHRHUNDERT. 
haben, vorzüglich nach dem antiken sich befleißigen sollten. 
Diese einzig wird selbigen die Formen der Natur treulichst 
zu befolgen lehren, besonders jene des schönen Geschlechts. 
Es ist sehr seltsam eine ganz wtohlproportionierte Frau oder 
Mädchen zu finden. Die Griechen wählten 300 Schönen, 
und sammelten von jeder um eine Venus zu bildenat 
Nach Verlesung des Protokolles werden die Sieger auf- 
gerufen. Der erste erhält die goldene Medaille mit den 
Worten: nHier erwartet Ihn der erste Preis, der für die 
ZeiChnung nach dem Leben bestimmt war, und der in einer 
goldenen Medaille besteht. Erkenne Er hieraus die Gabe, 
welche die gütige Vorsicht in Ihn gelegt hat. Vergrabe 
Er dieses Talent nicht. Anhaltender Fleiß wird Ihn weiter 
führen und Ihm jene Vestigkeit verleihen, welche der strengste 
Kunstrichter jetzt noch von Seinem Alter nicht fordern 
darf. (Hier ward die Medaille angehängt.) Dieses Ge- 
schenk haben Ihm edeldenkende Beförderer der Talente 
gegeben: Komm Er nun auch zu mir und nimm [l] Er 
aus meinen Händen die Belohnung der Kunst, die so ein- 
fach ist wie die Natur. Bedenk Er aber auch, daß dies der 
Lorbeer ist um welchen nicht nur Griechenlands und Roms 
Künstler wetteiferten, sondern um welchen auch sogar 
Helden stritten. Zum letzten Zeichen seines erhaltenen 
Vorzuges besetze Er hier die erste der drey Stellen, die 
den drei Siegern angewiesen sinda. Mit dem zweiten und 
dritten Sieger wird weniger umständlich verfahren. Da 
heißt es: nNähere Er sich um den Preis für die beste der 
nach Gyps verfertigten Zeichnungen zu erhalten. Hier ist 
das Institutgescltenk, das in einer silbernen Medaille besteht. 
Hier [der Kranz] ist das Geschenk der Kunst. Hier erwartet 
Ihn der zweite Sitz der Siegern und ähnlich beim dritten 
Preise. Nach einem kurzen Wort an die übrigen Schüler 
wurden sämtliche Probestücke öffentlich gezeigt, worauf 
das Modell abtrat und Platz für die Gypsfiguren machte, 
nach welchen gezeichnet worden war. Denn nun kam ein 
ganz besonders reizvoller Teil des Programms: nES haben 
uns auch verschiedenePersonen aus dem schönen Geschlechte 
die Ehre erwiesen Unterricht in der Kunst in besondern 
für die Frauenzimmer" allein bestimmten Lehrstunden unter
        

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