Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über Kunst, Künstler und Kunstwerke
Person:
Valentin, Veit
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1392977
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1394776
KUNSTAKADEMIE 
134 EINE FRANKFURTER 
XVIII. 
IM 
JAHRHUNDERT. 
bestimmt, daß ndie wahren Gründe der edlen Zeichenkunst 
auf das getreueste und leichtestea gelehrt werden sollen. 
Die vorgeschritteneren Schüler sollen nnach der Natur 
zeiChnenK, außerdem wolle man nverschiedene Köpfe um 
alle Passiones kennen zu lernen, auch mit Gewanden bekleidete 
Figuren und dies in mancherlei Wendung aufstellen, mithin 
alle Bewegung und Verrichtung des menschlichen Körpers 
studiren. Und weilen man bei Anfängern sonderheitlich 
überall die Regeln zum Grunde zu legen hat, so wird in 
den Lehrstunden jedesmal der Acarlenziste, an dem die Reihe 
der Information ist, solche auf das getreueste angeben und 
anbei die Lernenden noch über dies auf die besten Bücher 
verweisen, damit sie diese Kenntniss nicht so oben hin und 
sziliaerfic-iel, sondern nach den wahren principiis erlernen, 
und gleichsam von jedem Strich und Zug hinlängliche 
Rechenschaft anzugeben wissena. Dieser Unterricht soll 
vorläufig an vier Nachmittagen stattfinden. Dieser Antrag, 
unter dessen Entwurf wir die geachtetsten Namen jener 
Zeit linden, die auch über den engen Kreis der Stadt 
hinaus einen guten Klang hatten, wie Wilhelm Friedrich Hirt, 
justus Junker, Isaak Junker, und besonders den geistigen Ur- 
heberdes ganzen Unternehmens Christian Georg Schütz,wurde 
dem Schöffen von Ufifenbach, welchen als einen besonders 
kunstliebenden und sachverständigen Mann die Künstler 
sich zum Präsidenten ihrer Akademie erbeten hatten, zur 
Begutachtung übergeben. In dem von ihm erstatteten Be- 
richte zeigt er sich einerseits als einen über die engherzigen 
Vorurteile der Zeit durchaus erhabenen Mann, während ihn 
andererseits seine Liebe zu den Künsten in seinem Urteile 
über die Künstler nicht blind macht. Besonders schön ist 
die Wendung, mit welcher er das was Tugend und Schwäche 
des Künstlers ausmacht, zur Entkräftigting eines für die 
engherzigen Ansichten der Zeit charakteristischen Einwandes 
benutzt. Er findet zunächst, daß in der That die Maler 
durchaus berechtigt seien sich dem Zunftzwange nicht unter- 
werfen zu wollen. Dann aber wendet er sich gegen das 
gewöhnliche Argument der Zunftverteidiger, die Befürchtung 
vor der Übersetzung des Faches. Er findet dies durchaus 
nicht in Übereinstimmung mit dem thatsächlichen Wachs-
        

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