Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das erste Jahr des Zeichenunterrichts
Person:
Reichhold, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1391971
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1392709
Fig. 20. In dieser Verzierung, die einer Vase aus den 
mykenischen Burggräbern angehört, liegt eine der bedeutendsten 
Leistungen der Epoche vor. Spielend, ohne Absicht hat der Maler 
das Problem gelöst, eine Fläche von unbestimmter Ausdehnung 
gleichheitlich mit einem Pilanzenornament zu überdecken  ein 
Problem, dass erst lange Zeit nach dem klassichen Altertum in 
der Tapetenfabrikation wieder auftritt. 
Zwei aufwärts sich windende Stengel  ein einziger würde 
zu schwächlich und bei stärkerer Bildung desselben zu plump er- 
scheinen  tragen auf den beiden entgegengesetzten Seiten Vo- 
lutenblüten in eleganter Form und graziöser Bewegung. Schilf- 
blätter beleben die Zwischenräume der Blüten. Dieses Rankenwerk 
ist derart nebeneinander gereiht, dass die Blüten von einer Ranke 
mit ihren Spitzen in die Zwischenräume der nebenliegenden Blüten 
raumausfüllend eingreifen. 
ln der vorliegenden Abhandlung ist der Versuch gemacht, 
den Zeichenunterrieht auf fruchtbaren Boden und in zielbewusste 
Bahn zu leiten, möge ihr aber ja nicht die Absicht nach einer 
Verleitung. zu kunstgesehichtlichen Vorträgen, die für Schüler 
der untern Abteilungen in jeder Hinsieht zwecklos wären, unter- 
schoben werden. Nur mit grossem Bedacht und in einer dem 
Fassungsvermögen der Schüler entsprechenden Weise mag in dem 
Nötigen an geeignetem Orte, anregend zur Arbeit und grundlegend 
für die späteren Jahre unterrichtet werden. Bezüglich der Arbeiten 
ist Grösse der Darstellung, ausgedehnter Gebrauch von Feder und 
Pinsel, fleissige Übung im Skizzieren und fortgesetzte Besprechung 
und Vorführung von Formfehlern an der Schultafel empfehlenswert. 
Druck von Th. 
Hofmann in Gera.
        

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