Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das erste Jahr des Zeichenunterrichts
Person:
Reichhold, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1391971
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1392668
Nehmende war, wem von beiden die Urheberschaft mancher 
früh bei beiden auftretenden Erscheinung am Ende zukommt." 
In den ägyptischen Deckenmalereien finden wir die Spiral- 
niuster in hoher Entwicklung, so komplizierte Aufrollungen und 
Verschlingungen wie hier sind sonst nie wieder gebildet worden. 
Einfache Darstellungen, die diesen entwickelten Formen voraus- 
gehen mussten, sind "alusserst selten. Die von Kreisen ausgehende 
und um diese sich windende Spirale tritt am häufigsten auf. Im 
ersten Beispiele auf Taf. 8 sind die Spiralen je nur um die Hälfte 
der Kreise gelegt, während in Wirklichkeit eine vollständige Um- 
drehung stattfindet. Ausserdem ist der Kreis noch mit einer 
kleinen Rosette geschmückt. 
Die einfachen Bandmuster der mykenischen Gefässe sind zum 
Versuch einer Darlegung über Entstehung und Entwicklung der 
Spirale äusserst verlockend, ein Vornehmen, das jedoch unzulässig 
wäre, da man ebenso gut Falsches wie Wahres treffen kann. All 
diese Muster zeigen nicht blos im Einzelnen, sondern auch in der 
Zusammenstellung eine auffallende Ähnlichkeit mit den Verzierungen 
der Bronzebleche aus Olympia, Hallstadt und anderen Orten. Da 
nun aber die Metallarbeiter keinesfalls ihre Verzierungsmotive den 
mykenischen Töpfern verdanken, liegt somit ein neuer Beweis vor, 
dass diese Art der Musterung im frühen Altertum hauptsächlich 
der Metallbekleidung angehörte. 
Auf einer mykenischen Vasenscherbe findet sich ein Ornament, 
das in der späteren griechischen Kunst und aller nachfolgenden 
Zeiten von grösster Bedeutung wurde. Es ist die fortlaufende 
Ranke, eine Wellenlinie, deren Erhöhungen und Vertiefungen mit 
kleinen von der Welle sich abzweigenden Ranken ausgefüllt sind. 
Ob dieses Motiv aus den Spiral- und Bogenmustern entstand oder 
freie Erfindung ist, kann natürlich nicht ergründet werden. 
Fig. 16. Ein Napf mit eiförmigem Bauche, dessen Höhe 
bedeutend geringer als seine Breite ist. Ein enger und niederer 
Hals wächst ohne Absatzbildung aus der Schulter hervor. Der 
Rand neigt sich wenig nach auswärts. Dem unteren Teile des 
Bauches sind drei umlaufende Ringe aufgemalt. Die Schulter ist 
mit grossen, epheuartigen Blättern geschmückt, aus deren doppelten 
Stielen niedliche Ranken sich abwinden. Die Stiele entspringen
        

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