Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das erste Jahr des Zeichenunterrichts
Person:
Reichhold, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1391971
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1392600
dann das von Santorin (Thera), das von Ialysos auf Rhodos und 
schliesslich das aus Mykenä. und andern Orten. Dumont et 
Chaplain (les ceramiques de la Grece propre) setzen die Gefasse 
von Hissarlik vor das XVI. die theresianischen in das XVI, die 
rhodischen in das XIV. und die aus Mykenä in das XIII. und 
XII. Jhd. v. Chr. 
Die Vasen der ältesten Gattung sind mit der Hand geformt 
und mit eingeritzten Ornamenten versehen, sie unterscheiden sich 
also keineswegs von denen des Abendlandes aus der Steinzeit. 
Bald aber erscheint der Thon von allen fremden Beigaben gereinigt 
(geschlemnit) in feinerer Masse, die Gefasswände werden dünner, 
zeigen den Gebrauch der Töpferscheibe und sind gleichmässig und 
vollständig in einem eigens dazu gebauten Ofen gebrannt. Die 
ganze Manipulation mit der Töpferscheibe, die heute noch dieselbe 
ist, nur mit dem Unterschied, dass die Scheibe nicht mit dem Fusse, 
sondern mit der Hand gedreht wurde, sowie die Art des Brennens 
im Ofen zeigt ein Gemälde aus Beni-Hassan, das schon im 2. 
Jahrtausend v. Chr. gemalt wurde. 
Die Erfindung der Töpferscheibe wird wohl dem Gebrauche 
einer Drehvorrichtung entsprungen sein, die zweifelsohne bei der 
Fabrikation von Metallgefassen eine Hauptrolle spielte. Vom 
Morgenlande aus verbreitete sich ihr Gebrauch über die übrigen 
Länder. Diesseits der Alpen werden noch bis in späte Zeit hinein 
die Gefasse aus der Hand geformt. Den hochentwickelten Völkern 
des alten Amerika war die Töpferscheibe fremd (Stübel u. Reiss, 
Kultur u. Industrie südam. Völk.).  
Die Formen der Gefässe entwickeln sich nun in bedeutender 
Weise, Hals und Fuss werden schlanker gebildet und der vormals 
kleine Henkel nimmt eine handliche Grösse an. Die Einwirkung 
der Metallgefässformen tritt häufig klar zu Tage. 
Weitaus das Wichtigste liegt für uns in den Verzierungen 
der Vasen. Es trat hier an Stelle des gebunden arbeitenden 
Gravierstiftes der leicht, ungehemmt sich bewegende Pinsel. Schon 
in Ägypten findet sich vereinzelt eine derartig mit roter und 
brauner Farbe hergestellte voll aufgemalte Verzierung, eine höhere 
Entwicklung wurde aber erst auf den Inseln und Küstenländern 
des ägäischen Meeres erreicht. Auf Thera und an einigen andern
        

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