Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das erste Jahr des Zeichenunterrichts
Person:
Reichhold, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1391971
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1392592
Die 
mykenischen 
Vasen. 
Zur Beurteilung der mykenischen Kunst sind die in reicher 
Zahl aufgefundenen Thonvasen am vorzüglichsten geeignet. Ohne 
Kenntnis derselben würde man wahrscheinlich alles Übrige aus 
der Epoche uns Zugegangene dem Orient zuweisen. Sie allein 
legen den Unterschied zwischen der altgeübten morgenländischen 
und der frisch ins Leben tretenden griechischen Kunst klar und 
gewähren zugleich einen Blick in die Volkszustände des Morgen- 
und Abendlandes. Dort besassen nur die Herrscher und die 
Grossen der Reiche ein behaglich luxuriös ausgestattetes Heim, 
denn nur die kostbaren Metallgefässe zeigen eine Entwicklung, 
während die Thonvasen, der Gradmesser der kulturellen Höhe 
breiter Volksschichten durch Jahrtausende in den nämlichen, ein- 
fachen Formen fortbestehen. Es ist also anzunehmen, dass das Volk 
in ärmlichen Verhältnissen lebte und in Häusern wohnte, die im 
Äussern und Innern jedes Schmuckes bar waren. Selbst manche 
Thongefässe der abendländischen Steinzeit sind in Form und Ver- 
zierung den morgenländischen sicher nicht nachstehend. 
In Griechenland treten die schroffen, das Volk und die Grossen 
trennenden Gegensätze nicht hervor. Zwar sind die Fürstenhäuser 
reich mit Gold- und Silberwaren ausgestattet, aber auch das Volk 
ist schon frühzeitig in der Lage, seinen Hausrat weit über das 
Mass _des nackten Bedürfnisses hinausgestalten zu können. Die 
erhaltenen Thonvasen, die dem Gebrauche bestimmten, jederzeit 
verzierten Kannen, Näpfe, Becher etc. legen beredtes Zeugnis 
dafür ab. 
den Ländern des ägäischen 
Hissarlik (Troja), es folgt 
Das älteste Thongeschirr, das in 
Meeres gefunden wurde, ist das von
        

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