Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das erste Jahr des Zeichenunterrichts
Person:
Reichhold, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1391971
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1392572
herrührend, findet sich vielfach als Rosette und Volutenkelch in 
plastischer Ausführung vor. 
Die Steindecke aus einem Grabe zu Orchomenos ist ebenfalls 
plastisch mit einem in der ägyptischen Deckenmalerei üblichen 
Spiralmuster überzogen. Es ist kaum möglich, ja völlig ausge- 
schlossen, dass die Kunst jener Zeit fähig war, die Übersetzung 
einer gezeichneten Verzierung in eine plastische ohne Weiters in 
der vorliegenden, überaus exakten Weise zu bewältigen, und da 
Analogien aus Ägypten fehlen, kann diese Übung nur allein auf 
chaldäische Wandverkleidungen aus getriebenen Metallblechen 
zurückgeführt werden. 
Die Halbsäule von einem Grabeingang in Mykenä ist ebenfalls 
mit in einem Zickzack eingeschlossenen Spiralmuster verziert, 
und auch eine Wandmalerei aus Tiryns zeigt ein der Decke von 
Orchomenos ähnliches Muster. 
Zum Siegeln bestimmte, sogenannte "Inselsteine" tragen ein- 
geschnittene Mensohen- und Tierbilder entweder in der natürlichen 
Erscheinung oder in phantastischer Umgestaltung. Ein nur 
oberiiäehliehes Durchsehen von Menants „la glyptique orientale" 
(Band I) belehrt, dass diese Kunsttechnik samt den Darstellungen 
chaldäischem Boden entwachsen sind. Eine der ältesten Scenerien 
auf den Intaglien dieses Landes bildet der Kampf des Heros 
lsdubar oder Nimrod mit einem wilden Stiere, der von der 
zürnenden Göttin Istar gegen die Stadt Erech gesandt wurde 
Aus dieser Darstellung und jener ebenfalls uralten eines löwen- 
bezwingenden Heros entspringt eine unerschöpfliche Reihe von 
Kampfscenen, die alle symmetrische, wappenartige Anordnung 
zeigen: Zwei Heroen, in Proülzeichnung nach entgegengesetzten 
Seiten gewandt, den Kopf dem Beschauer zugerichtet, fassen, der 
eine einen Stier, der andere einen Löwen würgend am Halse. Wie 
die Heroen in der Mitte sind auch seitwärts die Tiere symmetrisch 
angeordnet, sie stehen auf den Hinterfüssen und sind zur Mittel- 
axe gleichmässig geneigt. Diese Stellungen variieren in den ver- 
schiedensten und seltsamsten Weisen. (Ein derartiges Motiv, das 
in der späteren griechischen uud etruskischen Kunst noch fortlebt 
und als Verzierung von etruskischen Vasen bis nach Grächwyl und 
Dürkheim gewandert ist (Lindenschmit, d. Altertum. unsr.
        

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