Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das erste Jahr des Zeichenunterrichts
Person:
Reichhold, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1391971
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1392433
Fig. 8. (Prisse d'Avennes, Hist. de Part ägypt.) Ein Metall- 
gefäss, das in dieser Form schon im alten ägyptischen Reiche 
auftritt, uns wiederum bei den Griechen und Etruskern begegnet 
und auch unter den Grabfunden zu Hallstadt vertreten ist. An 
letzterem Orte sind derartige Gefässe aus 3 getriebenen Teilen 
zusammengesetzt. Der Fuss ist dem Bauche angemietet, während 
letzterer in eine kleine, faltenartige Umbiegung des untern Hals- 
randes eingeklemmt wurde. 
Der schmale und hohe Fuss steigt, mit einer kleiner Einziehung 
versehen, kegelförmig auf. Der Rumpf des Gefässes hat etwa die 
gleiche Höhe mit dem Fusse und erreicht seine grösste Breite kurz 
vor dem Übergänge zum Hals. Seine Kontur bildet unten eine 
flache und oben eine nach einwärts gebogene Kurve. Der weite 
Hals neigt sich in einem Viertelskreise nach auswärts und endet 
in einem schmalen Plättchen. 
Fig. 9. (Prisse d'Avennes.) Einem ägyptischen Wandgemälde 
entnommen, auf dem Geschenke dargestellt sind, die Thutmosis III. 
von einem Volke Kleinasiens überbracht wurden. Gefässe dieser 
Form bezeichneten die Griechen späterhin mit dem Namen Amphora. 
Die Breite ist ungefähr 3f4 der Höhe. Der fusslose, schlanke, nach 
oben sich erweiternde Bauch erreicht seine grösste Breite etwas 
über der Mitte der ganzen Vasenhöhe. Die von hier beginnende, bis 
zum nächsten Gliede reichende Abrundung nennt man die "Schulter" 
der Vase. Der rechtwinkelige, unharmonische Übergang vom 
Bauch zum Hals ist durch ein niederes wulstartiges Glied verdeckt. 
Der Hals, unten eng, erweitert sich nach oben in eine nach aus- 
wärts gebogene Kurve. Sehr grosse Henkel erheben sich, von 
der Schulter ausgehend, über das Gefäss, und lehnen sich, spiral- 
förmig umgebogen, an den Rand desselben an. 
Mit der besprochenen Vase sind noch etwa 25 andere im 
Grabe des Rechmara zu Theben abgebildet. Eine Inschrift be- 
zeichnet sie als Tribut, den das Land Kafta an Thutmosis III. 
(wahrscheinliche Regierungszeit 1480-1430) entrichtete. Diese 
Vasen, denen „als syrische Produkte" von allen Kunst- und Kultur- 
historikern eine besondere Beachtung zu teil wurde, erregen das 
Verlangen nach einem Überblick über die damalige Kunstentwick- 
lung des Morgenlandes: Die ägyptische Kunst erreicht in dieser
        

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