Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das erste Jahr des Zeichenunterrichts
Person:
Reichhold, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1391971
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1392370
arbeit, d. h. zur Feuerbearbeitung der harten, in der Kälte nur 
wenig dehnbaren Metalle und entwickelt sich zur Formerei und 
Giesskunst erst dann, nachdem sie die besonders zum Guss geeignete 
Bronzemischung in ihr Bereich aufgenommen." (Hostmann, 
Studien zur vorgeschichtlichen Archäologie.) 
Kupfer wurde in Ägypten und Chaldäa reichlich verwandt. 
Schon der Gründer der 4. Dynastie Altägyptens beutete die Kupfer- 
gruben auf dem Sinai aus. Philostratos spricht von babylonischen 
Bauten, die mit Ziegeln aufgeführt und mit Kupferblech bedeckt 
waren. Grosse Kupferbecken fand Schliemann in den mykenischen 
Gräbern. 
Die erste Verarbeitung des Kupfers war jedenfalls nur lokal, 
auf die nächste Nähe der Fundstätte beschränkt, und es wird kaum 
eine Kulturveränderung stattgefunden haben, ehe man nicht grössere 
Mengen von Kupfer aus den reichlich vorkommenden Kupfererzen 
darzustellen lernte und ehe man nicht durch einen Zusatz von 
Zinn das weiche und wenig widerstandsfähige Metall zu erhärten 
verstand. Welches Volk hier voranging und welcher Art dieser 
Vorgang war, wird kaum je eine Klärung erfahren. Einige 
Forscher stellen es selbst als fraglich hin, ob der Verarbeitung 
der Kupfererze nicht jene der reichlicher vorkommenden und auch 
der leichter reduzierbaren Eisenerze voranging (Beck, Geschichte 
des Eisens). Chaldäische (Sarzec, Decouvertes en Chaldee) und 
ägyptische Denkmäler aus Diorit und Granit, den härtesten Stein- 
arten, hergestellt, legen wohl die Vermutung nahe, dass schon im 
3. Jahrtausend v. Chr. die Bildhauer jener Länder den Stahlmeissel 
geführt haben, doch fand sich bis jetzt nirgends am Nil oder 
Euphrat aus jenen ältesten Zeiten eine Spur von Eisen oder Stahl, 
wohl aber viel Geräte aus Bronze, einer Mischung von Kupfer 
und Zinn im ungefähren Verhältnis 10:1. 
Diese Metalllegierung spielte im Altertum die wichtigste 
Rolle und hatte eine Verbreitung von dem Osten Asiens bis nach 
Mexiko und Peru und von den Ländern des Mittelmeeres bis zu 
denen der Nord- und Ostsee. Der Vorzug, den sie vor anderem 
Metall erlangte, lag jedenfalls in ihrer vorteilhaften Eigenschaft, 
sich leicht in Formen giessen zu lassen, was den Alten, da sie die 
entsprechende Hitze nicht erreichen konnten, weder mit dem 
Kupfer, noch mit dem Eisen möglich war, fernerhin in der gleich-
        

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