Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das erste Jahr des Zeichenunterrichts
Person:
Reichhold, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1391971
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1392344
Kulturzentrum noch weit auseinander gehen, jedoch herrscht Ein- 
helligkeit der Ansicht darüber, dass die Kultur der Metallzeit nur 
einen Ausgangspunkt, nämlich den Orient hat. 
Unter allen Metallen ist ohne Frage zuerst das Gold zur 
Kenntnis der Menschen gelangt. Es Endet sich in kleinen Körnern 
gediegen in Flüssen und musste mit seiner glänzenden Farbe schon 
dem auf der niedrigsten Stufe stehenden Wilden begehrenswert 
erscheinen. Man lernte im Oriente, wo es sich am häufigsten 
vorfand, bald Schmuckgegenstände aus ihm zu formen, und die bei 
dieser Verarbeitung angewandte Technik bildet somit den Ausgangs- 
punkt aller metallurgischen Kenntnisse. 
Die schönsten und bedeutendsten Funde von Goldwaren er- 
gaben die berühmten Ausgrabungen Sehliemanns auf der Burg des 
alten Mykenä, Woselbst in einem kreisförmig abgegrenzten Raume 
6 aus vorhomerischer Zeit stammende Gräber mit kostbaren Waffen, 
Geräten und Schmucksachen geradezu angefüllt sich vorfanden. 
Diese Funde brachten nicht allein bedeutende Aufschlüsse über die 
homerischen Dichtungen, sondern sie riefen auch in der Kunst- 
geschichte insofern eine Umgestaltung hervor, als sie den vielfach 
bezweifelten Einfluss der morgenländischen Kunst auf die griechische 
unzweideutig darlegten. Andere Funde aus vorhomerischer Zeit 
reihten sich bald an und ergänzten sich gegenseitig so weit, dass 
über die Geschmacksrichtung jener Epoche, die ungefähr von 
1500-1000 v. Chr. anzusetzen ist und die "mykenische" genarmt 
wird, kein Zweifel mehr walten kann. 
Fig. 6 und 7. Zwei jener Goldplättchen, die in grosser Zahl 
in den mykenischen Gräbern aufgefunden wurden und wahrschein- 
lich einst den Kleidern der Begrabenen zum Schmucke dienten. 
Die Verzierung wurde auf die Rückseite der Plättchen aufgezeichnet 
und dann mit Hammer und einem meisselartigen Instrument, dem 
Punzen, so eingeschlagen, dass sie auf der Vorderseite erhöht 
hervortrat. Das erste Plättchen ziert ein mittels des Zirkels erreichtes 
geometrisches Muster, dass zweite die Gestalt einer Biene. Das 
Breithauen eines Groldkörnchens und das Einschlagen einer Verzierung 
auf dasselbe darf wohl als die älteste Art der Metallverarbeitung 
angesehen werden. (DSIIIOkTifOS spricht bei Beschreibung der 
bunten Tracht in den jonischen Städten von Gewändern, die 
durch aufgenähte Ornamente aus Goldblech verziert waren.)
        

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