Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das erste Jahr des Zeichenunterrichts
Person:
Reichhold, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1391971
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1392284
Die 
älteste 
Flechterei. 
Die Flechterei geht auf die ältesten Zeiten zurück und wird 
ausnahmslos von allen Völkern der Erde geübt. Uberreste der- 
selben aus vorhistorischen Zeiten sind jedoch bei der Vergänglich- 
keit des angewandten Materials sehr selten. In Europa fanden 
sich nur in den Pfahlbauten am nördlichen Abhange der Alpen 
einzelne halbvermoderte Stückchen, die aber trotz ihres Zustandes 
von einer hohen Entwickelung der Flechterei bei den Pfahlbau- 
bewohnern Zeugnis ablegen. Die Geflechte dienten zu Kleidern, 
Decken und Vorhängen, als Material kamen Bast (Linde), Flachs- 
stränge und gedrehte Flaohsschnüre zur Anwendung. Ein sehr 
schönes Exemplar zeigt auf der einen Seite gleichmässiges Bast- 
geflecht, während auf der andern pelzartig kurze Flachsstränge 
hervortreten. Fernerhin bezeugen mehrere in den Pfahldörfern 
aufgefundene Thontafeln durch einen Abdruck auf der einen Seite, 
dass sie ehemals als Belag einer geflochtenen Reiserwand gedient 
haben. (Mitteilungen der antiqu. Gesellschaft in Zürich, Band 13.) 
Da jedoch diese Überreste in ihrem vereinzelten Vorkommen 
einen Entwickelungsgang der Technik nicht erkennen lassen, ist 
es für uns nötig, die Flechterei jener Völker ins Auge zu fassen, 
die, auf primitiver Kulturstufe stehend, dieselbe ohne besondere 
Hilfsmittel autochthon betreiben. 
In erster Linie kommen hier die zum Teil noch in reinem 
Naturzustande lebenden Bewohner der Südseeinseln in Betracht, 
die sich zur Anfertigung ihrer Matten lediglich einer scharfen 
Muschelschale zum Zerschneiden der als Material dienenden Palm- 
blätter bedienen. Die Geflechte werden bei ihnen zur Bekleidung 
des Körpers, zum Einwickeln der Leichen, zur Trennung des
        

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