Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Künstler des siebzehnten Jahrhunderts
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1387345
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1388444
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Dass er Madrigale und Oden gedichtet und zur Laute und Viole, 
die er beide zu spielen verstand, gesungen habe, erwähnt Lucio 
Faberio in der Lobrede, die er auf ihn in der Accademia de' Ge- 
lati gehalten, deren'Mitglied Agostino war, und in welcher er 
häufig Vorträge über naturwissenschaftliche und geographische 
Gegenstände gehalten, so wie über die Geschichte und Poesie, 
bei den verschiedenen Völkern, wdie gleichsam der Spiegel des 
menschlichen Lebens sind". Bei Malvasia 429. Kleinere Proben 
seiner Dichtkunst geben öfter die lnschriften seiner Kupferstiche. 
Es mag hier schliesslich noch das Sonett hinzugefügt wer- 
den, dessen schon früher erwähnt wurde. Agostino hat dasselbe, 
wie die Ueberschrift besagt, zum Lobe Niccolds von Bologna 
gedichtet, unter welcher Bezeichnung Niccolo deIPAbbate, einer 
der befähigtesten Nachfolger Rafaels, zu verstehen ist, der spä- 
ter in Fontainebleau mit Primaticcio thätig war. Mehr in ma- 
lerischer, als in poetischer Beziehung bedeutend, enthält es 
die Grundsätze des bolognesischen Eklekticismus in bündigster 
Form zusammengestellt. 
Chi farsi un bon pittor cerca, e desia 
I1 disegno di Rorna habbia alla mano, 
La mossa collbmbrar Veneziano, 
E il degno colorir di Lombardia. 
Di Michel Angiol 1a terribil via, 
I1 vero natura! di Tiziano, 
Del Correggio 10 stil puro, e sovrano, 
E di un Rafael 1a giusta simetria. 
Del Tibaldi il decoro, e il fondamento, 
Del dotto Primaticcio Pinventare 
E un pö di gratia del Parmigianino. 
Ma senza tanti studi, e tanto stento, 
Si ponga sol Popre ad imitare, 
Che qui lascioci il nostro Nicolino. 
Malvasia im Leben Primaticcids I. 
159, vergl. oben S.
        

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