Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Künstler des siebzehnten Jahrhunderts
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1387345
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1388436
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und nun biete ich Ihnen diese Zeichnung dar, worauf die Kirchen 
und Strassen genau bezeichnet sind, welche 19139", noch durch 
besonders beigefügte Zahlen und Namen erklärt werden sollen, 
Wenn ich Ew. Hochw. Herrl. in einer Sache von grösserer 
Bedeutung dienen könnte, so würde ich dies mit um so grösserer 
Bereitwilligkeit thun, als dies meinem Wunsche so wie meiner 
Verehrung gegen Sie entsprechen würde. Da indess meine 
schwachen Kräfte mir dies nicht gestatten, so mögen Sie mit 
Ihrer gewohnten Milde mehr die Gesinnung, als diese kleine 
Gabe selbst entgegennehmen. Ich küsse Ihnen mit Ergebenheit 
die Hand und erllehe Ihnen von Gott vollkommenes Glück. 
Die obigen Worte (Bottari II. 483) bilden die Dedikations- 
Inschrift eines grossen Planes der Stadt Bologna, den Agostino 
in Kupfer gestochen und dem Erzbischof seiner Vaterstadt, dem 
Kardinal Gabriele Paleotti gewidmet hat. Sie befinden sich auf 
der einen Seite des Wappens von Papst Gregor XIII. (Buoncom- 
pagni), auf dessen anderer Seite eine kurze Uebersicht der Ge- 
schichte von Bologna gestochen ist, welche ebenfalls Agostino 
verfasst hat. Paleotti gehörte einer kunstliebenden bolognesi- 
schen Familie an (Malvasia l. 221. 251. 537), und hat sich selbst 
mit der Kunst wissenschaftlich beschäftigt, wie aus seinem "Dis- 
corso delle immagini sacre e profane-ß hervorgeht. Das Wappen 
desselben, das sich ebenfalls auf diesem Blatte befindet, hat 
Agostino noch einmal allein gestochen (Malvasia I. 100). Was 
den Brief selber anbelangt, so ist dies leider der einzige Ago- 
stinds, den wir hier mittheilen können. Es ist ausserdem nur 
noch ein Brieffragment bekannt, worin er sich, wahrscheinlich 
in Bezug auf Annibale's Lob Correggids (s. o. S. 40) über die 
venezianischen Meister, und namentlich Paul Veronese, aus- 
spricht, den er damals (der Brief ist wahrscheinlich aus Venedig 
geschrieben) für den grössten Maler der Welt hielt, und ihn in 
Bezug auf Kühnheit und Erfindung selbst über Correggio setzte: 
De vero ehe supera il Correggio in molte cose, perche e piü 
animoso e piü inventorew Maivasia 368. Auch von seinen 
Dichtungen ist wenig erhalten. Er muss schon früh mit Erfolg, 
wenigstens mit einer gewissen Selbständigkeit, gedichtet ha- 
ben, indem man noch vor 1580 ein satyrisches Sonett auf Pas- 
serotti an dem tstylt für sein Werk erkannte. Malvasia 304.
        

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