Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Künstler des siebzehnten Jahrhunderts
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1387345
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1388428
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überflüssig sein würde. Ueberdies können die Werke, deren er 
erwähnt, als bekannt vorausgesetzt werden; der h. Hieronymus, 
die h. Magdalena, die Jungfrau mit dem Näpfchen (la madonna 
della scodella) von Correggio sind jedem Kunstfreunde bekannt; 
ebenso die h. Caecilia Rafaels (Künstler-Briefe l. 109); unter 
dem h. Paulus ist die Figur dieses Heiligen auf dem Bilde der 
h. Caecilia zu verstehen, welches sich damals in S. Giovanni in 
monte zu Bologna befand; von den Malereien Correggids im 
Dome von Parma und denen des Parmigianino in der Steccata 
haben wir in den Künstler-Briefen I. S. 157 und 340 ff. gehan- 
delt; von den im ersten Briefe erwähnten Künstlern ist unter 
wTibaldiß der Bologueser Pellegrino de" Tibaldi (vergl. Nr. 3), 
unter wNiccolinoa Niccolo dell' Abbate zu verstehen (S. unten 
Seite 46). Mit der ßboshaften Banden im Anfang des zweiten 
Briefes  Annibale drückt sich eigentlich noch etwas stärker 
aus: canaglia berettina  sind die heimischen Manieristen ge- 
meint, welche damals die neue, ernstere Richtung mit allen 
Waffen des Hohnes und Spottes verfolgten. Was den Wunsch 
Annibale's anbelangt, sein Bruder Agostino möchte ebenfalls 
nach Parma kommen, so ist derselbe nicht sogleich in Erfüllung 
gegangen. Erst später haben sie die Kunstschätze jener Stadt 
des Correggio gemeinsam bewundert.  Ueber die geheimen und 
offenen Feindseligkeiten zwischen den Caracci und den älteren 
Meistern, namentlich Procaccini, Passerotti und Cremonini, die 
auch die Veranlassung zu Annibale's Reise gewesen, vergl. Mal- 
vasia p. 364. 
Aeosmro CARACCI 
3,11 
PALEOTTI. 
Kardinal 
den 
[Bologna      1581.] 
S0 gross, Erlauchtester Monsignore! ist der Eifer, den ich 
habe, Ew. Erl. und l-Iochwürdigsten Herrl. in irgend einer Sache 
zu dienen, dass ich mich, in dem Vorgefühl, dass Sie gern eine 
genaue und gedruckte Abbildung dieser Stadt Bologna sehen 
würden, deren Sohn und Seelenhirt Sie zu gleicher Zeit sind, 
rasch daran gemacht habe, dieselbe zu zeichnen, indem ich mich 
bemühete, Ihrem Wunsche, wie der Wahrheit, Genüge zu leisten;
        

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