Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Künstler des siebzehnten Jahrhunderts
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1387345
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1388408
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Das sind die wahren Kunstwerke, möge einer sagen, was 
er wolle; jetzt erst erkenne ich und spreche ich es aus, wie sehr 
Sie Recht haben. Ich kann sie indess nicht miteinander ver- 
binden und will es auch nicht; mir gefällt jene Einfachheit und 
Reinheit, die wahr ist und nicht blos wahrscheinlich. Sie ist 
natürlich; nicht künstlich, noch gezwungen. Jeder versteht dies 
auf seine Weise; ich verstehe es so; ich kann es zwar nicht 
in Worten ausdrücken, aber ich weiss, wie ich es zu machen 
habe, und das ist genug. 
Es hat mich auch der grosse Korporal zweimal besucht 
und mich mit sich nach Hause nehmen wollen, und er hat mir 
die schöne h. Margaretha und die h. Dorothea von Ew. Herrl. 
gezeigt, welche, bei Gott, zwei schöne Halbfiguren sind; ich 
habe ihn auch nach den beiden andern Bildern von Euch ge- 
fragt; indess sagte er mir, dass er sie mit grossem Vortheil 
wieder verkauft habe. Er meint auch, er wolle von mir alle 
die Köpfe nehmen, die ich aus der Kuppel kopiren würde, und 
auch andere Kopien nach Bildern des Correggio, die sich im 
Privatbesitz befinden, und die er mir zum Kopiren verschaffen 
würde; wenn ich mit ihm gemeinschaftliche Sache machen wollte, 
würden wir Beide unsern Vortheil dabei finden 1). Ich habe ihm 
erwidert, dass ich ihm Alles und ganz und gar überlassen wollte, 
denn im Grunde ist er doch ein guter Kerl und von gutem Her- 
zen. Er hat mir mit Gewalt ein Kollet von Hirschleder schenken 
wollen, das ich einmal sehr zu ihm gelobt hatte, und ich konnte 
nichts dagegen ausrichten; denn wie ich nach Hause kam, hatte 
er es mir schon geschickt und den Auftrag gegeben, es dort zu 
lassen. Aber was soll ich damit anfangen, da es nicht für mich 
passt? Er will mir auch noch ein schwarzes Stadtgewand geben, 
was dann auf Malereien abgerechnet werden soll. Ich habe ihm 
gesagt, dass ich es annehmen und alles Mögliche für ihn thun 
würde, indem wir so viele Verpflichtungen gegen ihn hätten. 
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