Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Künstler des siebzehnten Jahrhunderts
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1387345
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1388191
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wDilTinizione ossia divisione della Pitturau im Jahre 16.07 ge- 
druckt werden iSt- Dies Blatt, gewöhnlich la tavola del Paggi 
genannt, ist später so selten geworden, dass selbst Soprani es 
nicht gesehen hat. Es scheint, als ob er darin diejenigen Aeu55e_ 
rungen in bestimmter Ordnung zusammengestellt habe, die in den 
Briefen vereinzelt vorkommen. Hauptsächlich ist es die hohe 
Würde der Kunst, die er gegen Jede niedrige und handwerks- 
massige AulTassung zu vertheidigen sucht (Bottari VI. '70. '74. 
75. 86). Auch das Verhaltniss der Malerei zur Poesie kommt zur 
Besprechung. Der Poesie, die von Allen als edelste Kunst an- 
erkannt würde, stehe die Malerei ganz gleich. _Auch würde sie 
von den Schriftstellern ganz allgemein eine stumme Poesie 
genannt, wie man umgekehrt die Poesie als eine sprechend e 
Malerei bezeichnen könne. Dichter und Maler seien mit ein- 
ander nah verwandt, sie haben dieselbe Bildung und Lehre, den 
Kampf mit denselben Schwierigkeiten gemein. Beide seien un- 
endliche Künste, zu deren Erlernung ein Menschenleben nicht 
hinreiche. Ebd. p. 67. Die Verwandtschaft und Gleichartigkeit 
der Poesie und der Malerei war in der That ein Lieblingsge- 
danke der damaligen Zeit. Cesare Rinaldi führt in seinem Sonett 
auf den Tod des Agos-tino Caracci Malerei und Poesie als ein 
Schwesternpaar ein, die klagend durch Berg und Wald streifen. 
In einer der sinnbildliehen, an die heutigen Bebus erinnernden 
Inschriften bei der Leiehenfeier desselben Agostino Caracei heisst 
es, dass derselbe wegen der Fülle seines Geistes die Herrschaft 
in der gemalten Poesie geführt habe.  Im ersten Buche 
von Armeninfs Abhandlung über die Malerei heisst ebenfalls die 
Malerei vpoetica che taceß und die Poesie vpittura che parlaß. 
Beide seien so enge mit einander verbunden, wie Leib und 
Seele. Nur durch den Gebrauch der "Worten und "Farbena 
verschieden, seien sie in Bezug auf Erfindung und Wahrheit 
von einer und derselben Natur und von einer und derselben 
Wirkung.  Denselben Gedanken führt Lodovico Gandini in 
einem kleinen Gedicht auf Lomazzo aus: 
Eloquente pittura 
Chiamiam la Poesia. 
Faconda Poesia  
Diciam, chü": 1a Pittura: 
_ Pittura dunque e Poesia son pari etc. etc.   
Auf einer der Radirungen, die sich in Vincenliß Qarduchffs 
Dialogen über die Malerei befinden (Madrid 1633), ist Jenes Bild
        

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