Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Künstler des siebzehnten Jahrhunderts
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1387345
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1388104
Artigkeiten erwiesen, die ich nur wusste, und er zeigte sich 
damit äusserst zufriedengestellt. Er hat Mailand gesehen, wo 
er mit der modernen Malerei nicht zufrieden war, und er hat 
mir eine gewisse Geschichte von einem jungen Maler und dem 
reichen Herrn erzählt, der ihn in seinem Palaste beschäftigte, 
die, wenn sich Alles so verhält, weder dem Einen noch dem 
Andern allzugrosse Ehre machen würde. Aber wo ist die Stadt, 
die nicht unbedeutende Maler und Herren von grossem Reich- 
thum und wenigem Wissen hat? Ich kann Euch aber wirklich 
sagen, dass sich in dieser Stadt sehr treiiliche Maler befinden, 
und viele Herren, welche dieselben beschäftigen und sie nach 
Maassgabe ihres Verdienstes belohnen. Derselbe hat mir gesagt, 
dass Ihr vielleicht wegen einiger Werke von grosser Wichtigkeit 
nach Piacenza kommen würdet; weshalb ich denn, wenn dies 
vor Ende dieses Jahres geschähe, Euch dort umarmen und einige 
Tage mit Euch verbringen könnte. Ich bin  werdet Ihr es 
glauben?  in Parma gewesen, ohne die Sachen des Correggio 
und des Parmigianino zu sehen. Es war nämlich fast Nacht, 
als ich daselbst anlangte, und weil ich von einem Diener des 
Grafen Borromeo begleitet war, der mich von Ferrara geholt 
hatte, und in zwei Tagen in Pavia eintrefTen wollte, so habe 
ich mir Gewalt anthun und bei anbrechendem Tage wieder 
abreisen müssen. Ich gestehe Euch indess, dass ich über eine 
so grosse Sünde Busse thue und mich nicht zufrieden geben 
werde, ehe ich dieselbe nicht abgebüsst habe. 
Ich habe viel Gebäude und einige Bilder Eures Bolognesen 
gesehen, der hier den grössten Erfolg gehabt hat; und das Kol- 
legium, in welchem ich arbeite, wird ein ewiges Zeugniss von 
dem Grossmuthe des Kardinals Carlo Borromeo sein, um dessen 
Heiligsprechung es sich gegenwärtig handelt, und zugleich von 
der geringen Einsicht des Architekten, der Alles einem aus- 
schweifenden Luxus zum Opfer gebracht hat, ohne auch nur 
irgendwie an die Bequemlichkeit im Innern zu denken. 
Ich habe in dem Palast des Erzbischofs von Mailand einen 
Stall von diesem Architekten gesehen, der in einen sehr eleganten
        

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