Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Künstler des siebzehnten Jahrhunderts
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1387345
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1388084
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dritte Personen der Unwissenheit hätte zeihen wollen. Daher 
ist es denn gekommen, dass, wie man sagt auf Befehl Unseres 
Herrn, der Governatore mich eine Kaution von 500 Scudi dafür 
hat zahlen lassen, dass ich mich stellen würde; und sie haben 
drei von meinen Gehülfen eingesetzt und halten sie noch heut 
fest, vielleicht um aus ihnen meine Ideen in Betreff besagten 
Bildes herauszulocken. Diese aber können weder jene, noch 
irgend ein anderer Mensch wissen, indem Gott allein in die 
Herzen der Menschen blickt. 
lch bin der Meinung, man dürfe den Malern nicht das 
Innerste ihres Gemüthes als Schuld anrechnen, wenn sich auf 
ihren Bildern keine Porträts befinden und keine Person darauf 
schriftlich benannt ist. Daher glaube ich denn, es wohl zu 
verdienen, dass mir Ew. Hoheit die Gunst und Gnade erweise, 
zwei Zeilen an Ihren hochverehrten Gesandten zu schreiben, 
damit sich derselbe bei Unserem Herrn in der YVeise verwende, 
die ihm die günstigste scheinen wird. Denn ich hoffe zuver- 
sichtlich, dass S. Heiligkeit, von dieser Angelegenheit unter- 
richtet, in Ihrer Weisheit erkennen wird, dass ich für diese 
Sache durchaus keine Strafe verdiene. Ich werde dies als ein 
Zeichen der Güte und des Wohlwollens von Ew. Hoheit auf- 
nehmen, welche unser Herr Gott stets im Glück erhalten möge! 
Gaye Carteggio III. p. 444. Der Grossherzog von Toseana, 
an den der obige Brief gerichtet ist, hatte den in seinen Staaten 
in S. Angelo in Vado geborenen Künstler an den Papst Gre- 
gor XIII. (Boneompagni) zur Ausführung der Deckenbilder in 
der von Miehel Angele Buonaroti ausgemalten Capella Paolina 
empfohlen. Zueearo richtete in Folge dessen ein Schreiben an 
den Grossherzog (Rom 8. April 1580), Worin er demselben sei- 
nen Dank für die Empfehlung ausspricht; die Aufgabe sei zwar 
schwer und er selber schon schwach, doch reize ihn die Arbeit, 
mit der er dem Grossherzoge Freude und Ehre machen möchte 
(Gaye III. 433). Bald darauf scheint er nun das im Briefe er- 
wähnte Spottbild auf einige Höflinge, die seine Malereien geta- 
delt, gemalt zu haben. Es stellte dasselbe die Malerei in einer
        

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