Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Künstler des siebzehnten Jahrhunderts
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1387345
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1388038
mals mit Recht llervorhßbt, Sorgfältig ausgeführt und zeigt deut- 
lich den Anschluss an die Malweise des Correggio, durch wel- 
chen sich unser Meister, dessen Charakter als still, anspruchslos 
und gütig geschildert wird, eine gewisse Ruhe und Gehaltenheit 
bewahrt hat, die zu dem schon damals etwas wildem Treiben der 
übrigen Manieristen einen wohlthuenden Gegensatz bi1deg__ 
Was das in dem Briefe als Entschllldigllngsgrund der Verzöge- 
rungen angeführte Unglück des Meisters anbelangt, so scheint da- 
mit eine Krankheit gemeint zu sein, an Welcher derselbe in Folge 
eines schon in seiner Jugend stattgehabten Vergiftungsversuches 
zu leiden hatte. Doch hat er seine Thatigkeit bis in sein hohes 
Alter fortgesetzt. Er starb 84 Jahre alt im Jahre 1612. Baldi- 
nucci Opp. X. p. 16. Ein aus Urbino vom 14. Januar 1590 da- 
tirter Brief an den Herzog von Urbino enthält bei Gelegenheit 
der Ablehnung einer vom Herzog ihm aufgetragenen Arbeit in 
der Kapelle del S. Sacramento die Klage, dass er alt und sehr 
krank sei. Ueberdies habe er sehr viel zu thun, sowohl für den 
Herzog selbst, als auch u. a. für mehrere Edelleute aus Genua 
ein Bild, welches über 1000 Scudi koste. Gaye lll. 510. 
FEDERIG o 
ZUGCARO. 
Federigo Zuccaro, den man als einen der entschiedensten 
Vertreter des Manierismus betrachten kann, ist mit Recht 
der römische Vasari genannt worden. Minder energisch und 
kräftig als dieser, hatte er die grosse Leichtigkeit des Machens 
mit ihm gemein. Er bewegt sich in den Reminiscenzen und 
Nachkläingen der ltleister der Blüthezeit, die aber bei ihm zu 
einer gewissen nüchternen Allgemeinheit abgeblasst erscheinen. 
Man kann dies Vorherrschen gewisser allgemeiner Formen und 
Motive, denen ebenso die Individualität wirklicher Empfin- 
dung, als die Besonderheit der natürlichen Erscheinung fehlte, 
als das Hauptmerkmal des Manierismus bezeichnen, wie er sich 
in diesem und vielen andern Meistern ausgesprochen hat. Er 
brachte damit das Bewusstsein eines grossen Theiles der Zeit- 
genossen zum Ausdruck, Woher der seltene Erfolg seiner Werke 
zu erklären ist. Aber gerade dies auf die Spitze treiben_ der 
manieristischen Grundsätze war der Grund, dass noch inwliten 
seiner eigenen Thätigkeit Bestrebungen hervortraten, die auf
        

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