Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Künstler des siebzehnten Jahrhunderts
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1387345
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1387977
XLVII 
ist wohl zu beachten, dass seine erste selbständige Thätigkeit in 
den Anfang der Regierung Papst Urbanis VIII. fallt. Kirchlicher 
Auffassung stand er so fern, dass es ihm erst sehr spät gelingt, 
ein Altarbild ausführen zu können, und dass ein schon aufge- 
stelltes Bild wieder von dem Altar entfernt wird. Während sei- 
ner Krankheit zweifelt man, 0b er als Lutheraner, Kalvinist oder 
Schismatiker sterben würde. In noch entschiedenerer Opposi- 
tion steht er gegen die spanische Herrschaft in seiner Heimath. 
Gleichviel ob er an dem Aufstande Masaniellds, in dem sich die 
nationalen Elemente des neapolitanischen Volkes Luft machten, 
persönlich Theil genommen hat, oder nicht, seine Sympathien 
dafür hat er mehrfach bekundet. Mit dieser Opposition Salva- 
tor's gegen die spanische Parthei hängt es dann wieder auf das 
Engste zusammen, dass gerade die dem französischen Interesse 
zugeneigten Mediceer es sind, die den Künstler lange Zeit hin- 
durch beschäftigen, und als er sich dann für immer in Rom nie- 
derliess, war zwar Papst Urban VIII. schon todt und die Macht 
des Nepoten gebrochen, aber Salvator's Gönner, der Konnetable 
Colonna, gehörte einer Familie an, die mit den Barberini eng 
verbunden war und in dem Treiben der römischen Kurie und 
Gesellschaft eine geschlossene Parthei gegen die von jeher dem 
spanischen Interesse zugethanen Familien der Pamfili, der Bor- 
ghese, der Ludovisi, der Aldobrandini und der Orsini bildete. 
Dies Salvator's Stellung zu den Partheien, deren Kampf da- 
mals noch das römische Leben bestimmte und mit deren bald 
erlöschender Bedeutung auch die italienische Kunst des sieh- 
zehnten Jahrhunderts ihre frühere Bedeutung verliert. An ihre 
Stelle tritt die französische Kunst, in der das rein äusserliche 
Wesen, das schon in den Cortonesken (vergl. Nr. 93 und 97) 
wieder hervorgetreten war, zur ausschliesslichen Herrschaft 
und, entsprechend dem politischen Uebergewicht des französi- 
schen Hofes, zu weitgreifendem Einfluss auch auf die anderen
        

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