Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Künstler des siebzehnten Jahrhunderts
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1387345
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1391744
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lichen den Gefallen thun, und begnüge mich mit den zwanzig 
Messen, und nicht mehr, wie es zuvor meine Absicht war. Aber 
dann möge er auch dafür sorgen, dass auch das Geschenk eines 
guten Geistlichen würdig sei, auf dass jeder von uns zufrieden- 
gestellt werde. Und ich hoffe, dass die Bilder noch vor Juni 
fertig sein werden, wenn mir nichts Anderes dazwischen kommt. 
Und damit schliesse ich, indem ich Euch Dank für die Mühe 
sage, der Ihr Euch meinetwegen unterzogen habt, wenn sich 
auch für die sechs Bilder noch keine Gelegenheit gefunden hat, 
sie gegen baares Geld zu verkaufen; mir genügt es, dass sie ge- 
fallen haben, namentlich Euch und dem Herrn Cifrondi 1), wel- 
cher ein Maler von gutem Geschmack ist. Und damit grüsse ich 
Euch herzlich nebst Eurer ganzen Familie! 
Bottari Racc. IV. 70. Carlo Antonio Tavella (1668-1738) 
war einer der bedeutendsten Landschafter, nicht blos in Genua, 
sondern überhaupt unter den italienischen Künstlern der dama- 
ligen Zeit. Ursprünglich von Tempesta unterrichtet, hatte er sich 
Später selbst nach Poussin und guten Niederländern weiter gebil- 
det, und hatte sich bei grosser Leichtigkeit der Arbeit viel Vorzüge 
in der Wärme der Lufttöne, in der Abstufung der verschiedenen 
Pläne, in anmuthigen Licht-Effekten angeeignet. Pflanzen, 
Blumen und Thiere malte er mit grösster Treue, menschliche 
Figuren liess er sich gewöhnlich von den beiden Piola und 
von Stefano Magnasco malen. Was die im Anfang des Briefes 
besprochene Angelegenheit betrilft, so hatte er nach einem Briefe 
vom 11. Januar 1705 sechs Bilder an seinen Freund Francesco 
Brontino nach Bergamo geschickt, mit der Bitte, dieselben gele- 
gentlich zu verkaufen. Der Preis belief sich auf 18 Filippi für 
jedes Bild, jedoch könne er sie auch für 15 Filippi lassen. Zwei 
und zwei gehörten immer zusammen, sie dürften beim Verkauf 
l) Antonio Cifrundi oder Zifrondi (1657-1730), in Bergamo thätig, 
zeichnete sich durch eine ungemein reiche Eriindungsgabe und eine so 
grosse Schnelligkeit der Arbeit aus, dass er selbst grosse Bilder in zwei 
Stunden zu vollenden im Stande war. Lanzi nennt ihn den letzten bedeu- 
tenden Maler der Sohule von Bergamo.
        

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