Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Künstler des siebzehnten Jahrhunderts
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1387345
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1391681
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nahmen, von den unsrigen entfernt sind, lässt sich aus vielen 
Gründen nachweisen. Denn ganz abgesehen davon, dass die 
ersten Bewohner Aegyptens Götzendiener waren, wie sich aus 
Herodot im zweiten Buche seiner Geschichten und aus Strabo, 
im fünfzehnten Buche seiner Erdbeschreibung ergiebt, und ohne 
in Betracht zu ziehen, dass Belus, der Vater des Ninus, welches 
der erste Kaiser der Assyrier war, von seinen Völkern angebetet 
wurde, genügt es, sich der schönen Rahel zu erinnern, die, als 
sie ihrem Manne Jakob auf der Flucht nach Mesopotamien folgte, 
viele Götzenbilder des Laban mit sich nahm, wie es der Jude 
Josephus in seinen Jüdischen Alterthümern erzählt. 
Und wenn man auch bei der Untersuchung, seit wie alter 
Zeit man Statuen gemacht habe, die Erwähnungen der Idolatrie 
ganz bei Seite lasst, so giebt es doch eine beträchtliche Anzahl 
von Schriftstellern, die uns versichern, dass schon uralte Künst- 
ler ihre Geschicklichkeit in ähnlichen Arbeiten bekundet haben. 
Die Fabel von Prometheus und den von ihm in Erde gebildeten 
Menschen ist zu bekannt, als dass es nöthig wäre, sie hier an- 
zuführen; und wenn es gleich falsch ist, dass er seine Figuren 
durch Feuer belebt habe, so ist es doch wahr, dass er sich durch 
ihre Herstellung berühmt gemacht hat.  Wenn 
es nun also so unsicher und trügerisch ist, auf diesem Wege 
nachzuforschen, welche von den beiden Künsten von grösserem 
Werthe sei, so kann man sich auch die Mühe der Untersuchung 
ersparen, ob die eine älter als die andere sei; vielmehr muss man 
mit anderen Gründen des Vorrangs die vorgeschlagene Frage 
zu entscheiden suchen, wenn man eine so schwierige Aufgabe 
lösen will. 
1) Es folgt hier eine Reihe von Betrachtungen und historischen An- 
führungen ähnlicher Art. über das Alterthnm der Skulptur, sowie über das 
der Malerei, woraus sich sodann ergiebt, man könne bei der Verschieden- 
heit der Ansichten nicht; zu einem bestimmten und feststehenden Resultate 
über das höhere Alter und den dadurch bedingten höheren Werth der 
einen oder der anderen der beiden Künste gelangen.
        

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