Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Künstler des siebzehnten Jahrhunderts
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1387345
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1391644
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meine dienstfertige Geneigtheit, mich auch der härtesten Kritik 
einer solchen Universität durch Vergleichung der Werke zu un- 
terwerfen, zufriedengestellt und geneigt sein, meine Arbeit unter 
Zurücknahme Ihrer Bedingungen in Anspruch zu nehmen, so 
dass ich dann keinen anderen Lohn, als den von Ihnen bewillig- 
ten zu erwarten hätte, so würde ich für eines der ersten drei 
Bilder 400, und für die anderen 600 römische Scudi verlangen. 
Was dagegen die anderen Malereien in Fresko anbelangt, so ge- 
denke ich nicht, mich damit zu befassen, indem es mir in keiner 
Weise zusagt, von Rom wegzugehen. Und damit empfehle ich 
mich Ihnen auf das Ehrerbietigste. 
Bottari Racc. III. 363.  Kurze Zeit zuvor hatte David, 
geboren zu Lugano 1648, Schüler von Erc. Procaccini und 
C. Cignani einen Brief an die Bauherren der Misericordia 
Maggiore zu Bergamo geschrieben (Rom, 13. Oktober 1692. 
Bott. III. 361), in welchem er denselben die Werke, die er bis- 
her in Italien ausgeführt hat, aufzählt, damit sie sich daraus 
von seinen Fähigkeiten einen Begriff verschaffen könnten. Er 
hat nämlich von einem Freunde gehört, dass sie in der Kirche 
von S. Maria Maggiore vierzehn Bilder ausführen lassen wollen, 
deren Form und Maasse ihm mitgetheilt worden seien. Er 
nennt eine ganze Reihe von Werken. Sollten ihm sämmtliche 
vierzehn Bilder anvertraut werden, so dass er in Rom daran ar- 
beiten könnte,  Rom will er unter keiner Bedingung verlassen 
 so will er sie ganz auf seine Kosten in Oel für 3500 römische 
Scudi zu 10 Paoli machen und verpflichtet sich, sie ungefähr in 
zwei und einem halben Jahre fertig herzustellen. Wenn man aber, 
was ihm ganz lieb sein würde, auch andere Künstler gleichzeitig 
dabei beschäftigen wollte, so würde er in Bezug auf Preis und 
Zeit der Herstellung von den Forderungen jener nicht abwei- 
chen, vorausgesetzt, dass sie nach dem Urtheil der Kritiker von 
Rom zu denjenigen gehören, mit denen, ohne seinen Nachtheil, 
seine Arbeiten verglichen werden können. Er verweiset dabei 
auf drei Bilder von ihm, die in der Kirche S. Andrea di Monte 
Cavallo (Noviziat der Jesuiten) zugleich mit Werken von Gu- 
glielmo Borgognone, Giacinto Brandi, Carlo Maratta und Baciccio, 
den ersten unter den neueren römischen Malern, ausgestellt ge- 
wesen waren. Sie möchten darüber Erkundigungen einziehen
        

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