Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Künstler des siebzehnten Jahrhunderts
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1387345
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1391624
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die intelligentesten in Italien nach der zu Rom erachtet, wäh- 
rend diese letztere selbst, um allen Verdacht der Partheilichkeit 
für Diejenigen zu vermeiden, die sich ihres Ansehens und Rufes 
schon seit längerer Zeit erfreuen, in diesem Falle von der Beur- 
theilung ausgeschlossen bleiben muss. Bei dem Urtheil dieser 
drei Akademieen aber muss sich jeder Künstler ohne Berufung 
beruhigen, und wer den grösseren Beifall von zweien derselben 
davonträgt, soll auch, ausser dem schon gezahlten Gelde, noch 
folgenden Preis erhalten. Eww. Herrll. müssten nämlich gehalten 
sein, das ganze Geld für besagte drei Bilder vor deren Beginn in 
der Bank zum h. Geiste zu Rom zu deponiren, und es müsste  
während ein jeder Künstler Bürgschaft leistet, sein Werk in 
der festgestellten Zeit zu liefern, oder im Fall des Gegentheils 
das schon erhaltene Geld wieder herauszuzahlen  einem Jeden 
der vierte Theil des Preises im Voraus bezahlt werden; das 
zweite Viertel bei Vollendung der Skizze und das dritte sogleich 
nach der des Werkes selbst; das vierte Viertel nun aber bleibt 
im Verwahrsam belassen, um daraus einen Preis für Denjenigen 
zu bilden, welcher am Besten gearbeitet haben wird; und wer 
das günstige Urtheil von zwei Universitäten erlangt hat, soll 
nicht nur unmittelbar das letzte deponirte Viertel seines Geldes 
ausgezahlt erhalten, sondern auch die beiden übrigen Antheile 
seiner Gegner. Sind aber Zwei gleichmassig dem Dritten über- 
legen, so zieht zunächst ein Jeder derselben sein eigenes Viertel 
ein, und sodann theilen sie sich, als Prämie, das des Dritten. 
Und wenn alle Drei gleich gut gearbeitet haben, so zieht ein 
Jeder sein Depositum ein, und die Belohnung wird der Ruhm 
sein. Und alle drei Bilder müssen an bestimmten Orten aus- 
gestellt werden, wo auch das für geringer erachtete wenigstens 
auf fünf oder sechs Jahre verbleiben muss, zum Zeugniss des 
gerechten Urtheilsspruches der drei Universitäten, zum Ruhme 
des Siegers und zur Beschamung des Unterliegenden. 
Da es sich nun aber leicht begeben könnte, dass namentlich 
Carlo Maratta, als der älteste und berühmteste unter den römi- 
schen Malern, sich an einer solchen Konkurrenz nicht bethei-
        

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