Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Künstler des siebzehnten Jahrhunderts
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1387345
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1391611
363 
Art es auch sei, richtig geurtheilt werden, als von 
anderen und zwar sehr erfahrenen Meistern  wie dies 
nach Baldinucci in dem Leben des Paolo Veronese die Ansicht 
dieses Meisters gewesen sein soll, und wie er dies mit lebhaften 
Gründen in dem gedruckten Brief über denselben Gegenstand 
an den Marchese Capponi beweist, und ich würde somit Gefahr 
laufen, mich durch die Annahme desselben der Verachtung der 
wahren Künstler auszusetzen. Um deshalb die verständige Wahl 
Eww. Herrll., wenn dieselbe auf meine Person fiele, zu sichern, 
schlage ich Ihnen zwei Auswege vor, durch deren Zurückwei- 
sung ein Künstler, er möge sein, welcher er wolle, zu erkennen 
geben würde, dass er Furcht vor Demjenigen habe, der sich 
ihnen willig unterzieht, und dieselben werden für Eww. Herrll. 
immer um so viel vortheilhafter sein, als sie dem Künstler gar 
keine andere Hoffnung gewähren, als die, gut zu arbeiten. 
Die Vorschläge sind nun die folgenden, und zwar besteht 
der erste darin, dass drei Gegenstände von den von Ihnen ange- 
deuteten aus der heiligen Schrift ausgewählt werden, und für 
einen jeden der gleiche Preis von 500 Scudi, oder wie viel Sie 
bewilligen wollen, ausgesetzt wird; alle drei werden dann in 
eine Urne gethan, und zwei beliebige Maler ziehen sich dann 
gemeinschaftlich mit mir ihren Gegenstand, und verpflichten 
sich sämmtlich, denselben im Laufe eines Jahres ungefähr zu 
vollenden, es sei denn, dass irgend ein gefährlicher Krankheits- 
fall oder ein allerhöchster Befehl sie daran verhindere; in die- 
sem Falle sind die andern verpflichtet, noch ein Jahr zu warten, 
damit alle drei Bilder zu gleicher Zeit besehen werden können. 
Sind sie fertig, so werden sie an einem öffentlichen Orte in Rom 
ausgestellt, damit ein Jeder der Konkurrenten die Arbeit seiner 
Gegner sehen, die Kritik des Volkes darüber vernehmen, und, 
wenn es nöthig ist, im Laufe eines Monates sein Werk verbes- 
sern könne, wo er etwa einen Fehler daran bemerken möchte- 
Darauf sollen dann die drei Bilder aufgerollt und den drei Aka- 
demien und Universitäten der Malerei, zu Florenz, Bologna und 
Venedig zur Beurtheilung zugesendet werden, welche man für
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.