Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Künstler des siebzehnten Jahrhunderts
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1387345
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1387870
XXXVII 
ihrer Herrschaft in der Kunstwelt, wie sie unter Paul V. und 
Gregor XV. stattgefunden, ist es vorüber, "wie es mit der Herr- 
schaft des spanisch-orthodoxen Systems vorüber ist Wie die 
Vertreter dieses Systems unter den Kardinälen, die zugleich 
die Gönner der Akademiker waren, von ihrem öffentlichen Ein- 
fluss einbüssen, so ziehen sich diese selbst wieder von Rom 
zurück. Domenichino, noch eben voll Hoffnung, eine grosse 
Thätigkeit auch in der von ihm besonders geliebten Baukunst 
entfalten zu können, folgt bald dem Rufe des spanischen Vice- 
Königs nach Neapel, um wieder zu einer Wirksamkeit zu ge- 
langen, die ihm so verderblich werden sollte; Guido Reni geht 
nach Bologna, Guercino nach Cento zurück; Lanfranco treibt, 
ausser der Lust, mit seinem alten Nebenbuhler auch dort zu 
rivalisiren, der Mangel an Beschäftigung ebenfalls nach Neapel 1). 
S0 verlassen die Akademiker den glänzenden Schauplatz des 
Kunstlebens,  denn dies sollte Rom noch lange Zeit bleiben!  
Neue Künstler treten auf, neue Richtungen machen sich gel- 
tend, um den nun herrschenden Ideen, die schon lange auf den 
Moment, hervorzutreten, gewartet hatten, auch zum Ausdruck 
in der Kunst zu verhelfen. Und die Regierung des kräftigen und 
energischen Papstes währte lange genug, um diese neue Rich- 
tung zu einem festen Abschluss und zu innerlicher Begründung 
gelangen zu lassen. Daher kommt es, dass die Barherini einen 
so entscheidenden Einfluss auf die Entwickelung der modernen 
Kunst gewinnen konnten. Derselbe ist zumeist weltlicher und 
äusserlicher Art. Dies bekunden die Bauten des Papstes. Nicht 
minder die Namen Bernini und Pietro Berrettini, welche als 
die eigentlichen Günstlinge Urban's VIII. und seiner Familie zu 
betrachten sind, und welche die Baukunst zu einem weltlichen, 
l) Die Stellung Albani's wurde bei der Eigenthümliehkeit seiner Kunst- 
und Lebensweise durch diesen Wechsel am wenigsten berührt.
        

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