Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Künstler des siebzehnten Jahrhunderts
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1387345
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1391544
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les vies et les ouvrages des plus excellents peintres anciens et 
modernes. Diese sowohl, als auch alle Andern, welche mit Ruhm 
und Urtheil geschrieben haben, gestehen der Malerei, welche mit 
Oelfarben geschieht, den Vorrang zu und halten die WVerke, die 
damit gemacht werden, für viel kräftiger und dauerhafter, als 
die mit dem Stift, mit Wasserfarben, in Fresko, Bordirungen 
und lhpeten-Arbeit hergestellt werden. Ja das künstliche und 
dauerhafte Aetzen selbst, welches nur bei kleinen Gegenständen 
anzuwenden ist und niemals die Natur in ihrer rechten Kraft mit 
Farben lebendig nachahmen kann, muss, obschon es sonst sehr 
zu rühmen ist, vor der edlen Malerei in Oelfarben weichen und 
derselben willig die oberste Stelle einräumen. 
Da es sich nun also mit dieser Sache verhalt, so wird der 
geehrte Leser wohl selbst urtheilen können, wie sehr es zu be- 
klagen sei, dass die Welt so wenig Anleitung hat, wie sie die 
Materialien der Oelfarhen zu mischen und zu gebrauchen habe. 
S0 viel mir bewusst ist, kenne ich Niemanden, der etwas Son- 
derliches darinnen unternommen und seine Gedanken darüber 
der Welt hatte mittheilen wollen. Ich muss bekennen, dass ich 
anfänglich von meinem Vorsatze durch die Ueberlegung zurück- 
geschreckt worden bin, dass ich ein so grosses und nützliches 
Werk nicht zu unternehmen im Stande wäre. lch habe es aber 
gewagt und einen Anfang damit gemacht, so wie dasselbe auch 
mit Gottes Hülfe zu Ende geführet und ich bilde mir ein, dass 
es genug ist, in herrlichen Dingen seinen Willen und seine Liebe 
sehen zu lassen. Deshalb wird man es mir auch nicht übel neh- 
men, dass ich durch mein geringes Vorbild andere vortretflichere 
Köpfe und Künstler zu ihrer Pflicht aufmuntere. Auch diese 
werden es hoffentlich so aufnehmen, wenn sie mein gutgemein- 
tes Vorhaben erwägen, da ich nichts vor der Welt zu verbergen, 
sondern derselben Alles mitzutheilen gesonnen bin. 
Damit ich nun dieses so ordentlich und zierlich thun könne, 
als die gegenwärtige verwöhnte (wollüstige) Zeit erfordert, so habe 
ich mein Vornehmen an einen gewissen Liebhaber dieser Kunst 
mitgetheilt unter Hinzufügung der Bitte, dass er mir hierinnen
        

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