Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Künstler des siebzehnten Jahrhunderts
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1387345
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1391533
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sie gehabt haben, das hat viel grössere Schwierigkeiten und 
beruht beinahe auf Nichts andßrm, als auf ungewissen Muth- 
maassungen. 
Vor den griechischen olympischen Spielen sind die Histo- 
rien verworren und dunkel. Danach aber ist mehr Sicherheit 
für Jemanden zu finden, der sie mit Vernunft und einem freien 
Urtheil lieset. Gleichwohl wird man in Betreff der Malerkunst 
und Farben, die die Alten gebraucht haben, nicht viel daraus 
gewinnen können. Ein Jeder putzt seine Waaren auf und will 
für den Berühmtesten gehalten sein: und die nachfolgenden 
Zeiten haben allezeit die vorhergehenden hochgestellt. Dabei 
haben auch die Ereignisse der Geschichte ihre gewissen Orte 
und Zeiten. Was zu der einen Zeit blühet, verfällt zu einer an- 
dern und geht auch wohl ganz zu Grunde. Was die Aegyptier 
gewusst haben, das haben deshalb noch nicht alle andern Völker 
gewusst und geübet. Wer weiss, sagen Viele, was bei den ver- 
nünftigen Chinesen vor Zeiten im Gebrauch gewesen ist, die 
ihre Könige von so vielen Jahrtausenden her rechnen, dass 
Adam da nicht zureichen würde, wenn man eine Berechnung 
anstellen wollte. Es ist ein allgemeines Gesetz, dass derWech- 
sel der menschlichen Regierungen Veränderungen in den Spra- 
chen, Künsten und Gottesdiensten nach sich ziehet, und also 
geht Alles auf und nieder, wie die. Ordnung der Natur es mit sich 
bringt, dass nichts Neues unter der Sonne ist. 
Wer nun etwas Gewisses von diesen Dingen schreiben will, 
der kann nur gewisse Orte und Zeiten berühren, und muss dar- 
auf Achtung geben, dass er es aus Vielen nehme, die mit einander 
übereinstimmen, und je näher dieselben unseren Zeiten und un- 
serem Welttheil Europa stehen, um so besser ist es. Ist Jemand 
aber begierig, diese Dinge ausführlich zu wissen, der wird sein 
Genügen aus Karl van Mander schöpfen können, welcher von 
den- alten italienischen, holländischen und deutschen Malern eine 
Erzählung bis auf seine Zeit gemacht hat, und noch weitläuftiger 
aus einem gewissen Buche, das von einem Andre Felibien 89' 
lehrt und verständig geschrieben ist. Es heisst: Entretiens sur 
23'
        

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