Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Künstler des siebzehnten Jahrhunderts
Person:
Guhl, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1387345
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1391431
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sie, in der Kabinette einem, an einer Statue des Phoebus ersah, 
dass derselbe nicht allein Pfeile und Bogen, einen Python damit 
zu fallen, sondern auch die Leyer der Kunst im Arme hatte, und 
sich zugleich erinnerte, dass der Lorbeerkranz auf seinem Haupte 
ihn nicht allein zu einem Kriegshelden, sondern auch zu einem 
Helden der Kunst gekrönet. Wie nun E. Ch. D. als ein rechter 
wahrer Apollo und hoher Gönner aller Künstler und Kunst- 
freunde sich in stetem Wechsel dem Berufe der Kriegsführung 
und der Kunstliebe zu widmen pllegen, so scheinet es jetzt, als 
wenn Sie, da nun die von Feindesnoth bedrangte, mit Brand ver- 
heerte und bluttriefende Germania den Freudenport des lang- 
ersehnten Friedens vor Augen sieht,  der Himmel füge ein un- 
fehlbares Einlaufen und Anlandenl  die siegreichen Waffen bei 
Seite legen und hingegen zur Kunstleyer greifen Wollten. Da es 
sich nun eben also gefüget, dass gegenwärtiges Werk, meine 
tdeutsche Akademien jetzt hervor und an das Licht getreten ist, 
so habe ich, um E. Ch. D. Kunstliebe durch eine neue, wenn 
auch geringe Gabe zu erfreuen, mich erkühnet, dieses Werk 
E. Ch. D. zu Füssen zu legen, weil ja, solches zu thun und der- 
gleichen Schriften Ihnen als dem grossen Apollo und Beschützer 
des deutschen Parnasses darzubringen, die allgemeine Schuldig- 
keit erfordert. Es ist auch mein Buch eines solchen Schutz- 
helden sehr bedürftig, da ja Niemand etwas hervorbringen kann, 
das nicht von tadelsüchtigen Richtern ein übles Urtheil erdulden 
müsste. Gleichwie nun der weltumspannende Ocean, ob er 
schon meist nur grosse Ströme in sich aufnimmt, gleichwohl 
auch ein Bächlein nicht verschmähet, das etwa in der Nähe entw 
quollen und also seinen kurzen Lauf bald endet, so hoffe auch 
ich, E. Ch. D. werden, auch hierin einem grossen Monarchen von 
Persien nachahmend, diese meine Hand voll Wassers, die ich 
Ihnen in Ermangelung einer grösseren Gabe unterthanigst dar- 
bringe, nicht verschmähen, sondern nach Ihrer weltgeprißSßllen 
hohen Humanität zu theuern Gnaden auf- und annehmen, 1'1- 
gleich mit meinem aus tiefstem Herzen hervorgehenden Wunsche, 
dass der Allerhöchste, wie bisher, auch ferner Ihre wohlgeord-
        

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